Tourismus bedroht kürzlich kontaktiertes indigenes Volk – Furcht vor Schweinegrippe 10 Juli 2009

Jarawa, Andamanen, Indien.
Jarawa, Andamanen, Indien.
© Salomé/Survival

Laut Aktivisten setzt ein Gerichtsentscheid in Indien eines der indigenen Völker, das erst seit kurzer Zeit Kontakt zur Außenwelt hat, einem erhöhten Risiko aus an der Schweinegrippe zu erkranken.

Das Gericht der Andamanen, eine Inselgruppe Indiens, erklärte eine Pufferzone, die zum Schutz des Volkes der Jarawa rund um ihr Reservat errichtet wurde, für ungültig. Diese Entscheidung gibt einem Tourismusresort von Barefoot India, das sich innerhalb dieser Pufferzone an der Reservatsgrenze befindet, grünes Licht.

Die Jarawa, die um die 320 Personen zählen, haben erst seit 1998 friedlichen Kontakt zur Außenwelt. Es wird angenommen, dass sie daher nur wenig immun gegenüber Infektionen von außen sind. Dieses Gerichtsurteil erlaubt möglicherweise auch anderen Touristikunternehmen weitere Hotelanlagen in der Nähe des Reservats zu eröffnen. Es gibt dort bereits einige Kleingeschäfte.

Survival ist der Meinung, dass das Barefoot-Resort eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit der Jarawa darstellt, da die Resortgäste Überträger von potentiell tödlichen Infektionen sein können.

Mehrere Studien haben bewiesen, dass selbst indigene Völker, die bereits seit längerer Zeit im Kontakt mit der Außenwelt stehen, einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind an der Schweinegrippe zu erkranken. Insbesondere auf Grund ihrer langen Isolation gelten die Jarawa, die bereits von einer Masernepidemie betroffen waren, als besonders gefährdet.

Demnächst werden bereits die ersten Gäste des Barefoot-Resorts mit Langstreckenflugzeugen auf die Andamanen kommen. Untersuchungen zeigen, dass um die 20% aller Flugpassagiere innerhalb weniger Tage nach ihrem Flug an einer Erkältung oder anderer Virusinfektion erkranken.

Als Antwort auf die Kampagne von Survival beschuldigte der Direktor von Barefoot seinerseits Survival der Verleumdung, des Rassismus, und der Veröffentlichung von „sich nahe an der Grenze zu Pornographie befindenden“ Materials, das „Pädophilie fördert“. Barefoot dementiert, dass das Resort irgendeine Gefahr für die Jarawa darstellt.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte heute: „Dieses Gerichtsurteil ist für die Jarawa katastrophal. Durch die Infragestellung eines Plans für eine Pufferzone, die das Land der Jarawa schützt, hat Barefoot dem Tourismus am Rande des Reservats die Tür geöffnet. Dieses Volk hat erst seit 10 Jahren friedlichen Kontakt mit der Außenwelt. Ein Grippeausbruch kann durchaus verheerende Folgen haben und viele Kunden von Barefoot werden aus allen Ecken und Enden der Welt einfliegen. Die Pläne von Barefoot das Resort auszubauen und dabei die Sicherheitszone anzufechten sind in höchstem Maße unverantwortlich.“

Für mehr Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel:
Tel.: (+49) (0) 30 72 29 31 08
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