Zwei weitere indigene Führer auf der Suche nach Asyl 10 Juli 2009

"Indigene Völker protestieren in Bagua  - eine Woche vor der Gewalt."
"Indigene Völker protestieren in Bagua - eine Woche vor der Gewalt."
© David Dudenhoefer

Nachdem ein Richter nach gewaltsamen Zusammenstößen im peruanischen Amazonasgebiet im letzten Monat Haftbefehl gegen sie erlassen hatte, sind nun zwei weitere von Perus bedeutendsten indigenen Anführern gezwungen Asyl zu suchen.

Die Brüder Saul Puerta Pena und Cervando Puerta Pena beantragten Asyl in der nicaraguanischen Botschaft in Perus Hauptstadt Lima. Saul, der letztes Jahr Thema eines Leitartikels der britischen Zeitung Guardian war, ist Sekretär der AIDSEP, Perus führender indigener Organisation, Cervando hingegen ist Präsident  der regionalen indigenen Organisation ORPIAN.

AIDESEP antwortete mit einer Stellungnahme in der man die Unschuld der Brüder beteuert und droht, die Gespräche mit der Regierung abzubrechen. „Wir haben nun keinerlei Repräsentanten mehr für die Gespräche,“ sagte AIDESEPs Anwalt, Marco Barreto.

Die Zusammenstöße bei denen mehr als dreißig Indigene und Polizisten starben, werden derzeit untersucht.

Ein kürzlich vom peruanischen Ombudsmann veröffentlichter Bericht besagt im Gegensatz zu anfänglichen Berichten, dass es keinerlei Beweise für das Verschwinden Indigener gebe. AIDESEP betonte jedoch, dass die Mitarbeiter des Ombudsmanns weniger als ein viertel der indigenen Gemeinschaften in der Region besuchten.

„Wir können nicht sagen, ob der Bericht des Ombudsmanns korrekt ist oder nicht, aber auf Grund des schwer zugänglichen Gebiets haben sie lediglich 22% der Gemeinschaften besucht. Was wir aber sagen können ist, dass mehr als 300 Indigene noch immer nicht in ihre Gemeinschaften zurückgekehrt sind,” sagte Barreto.

AIDESEP äußerte insbesondere die Sorge um den Verbleib von Nelvin Wasum Kasen, der von seinem Sohn als vermisst gemeldet wurde. Der Ombudsmann versprach eine sofortige Untersuchung.

AIDESEPs Präsident Alberto Pizango wurde bereits politisches Asyl in Nicaragua gewährt. Es wurden auch Haftbefehle gegen zwei weitere indigene Anführer, die sich vermutlich noch im Amazonasgebiet befinden erlassen.


Lesen Sie Survival's Augenzeugenbericht über die Gewalt.


Sehen Sie einen Film von Survival mit Augenzeugeninterviews.


 

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