Landrechte der Guarani – „Eine Frage der Ehre“ 28 Juli 2009

"Mann der Guarani."
"Mann der Guarani."
© João Ripper/Survival

Marcio Meira, Vorsitzender der brasilianischen Indianerbehörde FUNAI, erklärte die Lösung der Grundbesitzfrage in Mato Grosso do Sul für eine „Frage der Ehre“ und zu einer der größten Herausforderungen seiner Organisation.

Er fügte hinzu, dass die derzeitige Situation der Guarani inzwischen von internationalem Interesse sei und man Brasiliens Vorgehen genau beobachte. Es sei einfach nicht tragbar, dass dieses Volk unter solchen „riskanten Bedingungen“ leben müsse.

Seit Jahrzehnten werden die Guarani gewaltsam von ihrem Land vertrieben und in überfüllte Reservate gesperrt, in denen Gewalt und Mangelernährung an der Tagesordnung sind. Dieses Volk leidet unter einer der höchsten Suizidraten weltweit.

Laut des Indigenen-Missionsrates CIMI ist die Mordrate zwanzigmal höher als in São Paulo und mindestens 32 Guarani-Kaiowá begingen Selbstmord. Die Guarani sind sich sicher, dass es sich dabei um Folgen des gravierenden Landmangels und der Hoffnungslosigkeit handelt.

Anastacio Peralta, ein Sprecher der Guarani-Kaiowá, beschreibt es mit seinen Worten: für die brasilianische Gesellschaft sei „eine Kuh wertvoller als ein indigenes Kind und eine Sojapflanze wertvoller als ein Ipe-Baum“.

Erst letztes Jahr implizierte die Bundesstaatsanwaltschaft, die sich für die Sicherung der indigenen Rechte einsetzt, ein Programm, das dabei helfen soll die Landrechte der Guarani anzuerkennen. Ordnungsgemäß handelt es sich dabei um sechs Arbeitsgruppen, die sich zunächst mittels Umfragen einen Überblick über das Land der Guarani verschaffen sollen, um später eine angemessene Größe festlegen zu können.

Die Arbeit begann im August letzten Jahres, wurde allerdings durch eine Kampagne von Gutsbesitzern, Kolonisten und örtlichen Politikern behindert. Auch verweigerten zahlreiche Grundbesitzer ihre Mithilfe. Nach immer heftiger werdenden Einschüchterungsversuchen und Drohungen mussten die Umfragen gestoppt werden.

Erst letzte Woche entsendete der brasilianische Präsident Lula den Minister des Sicherheitskabinetts, General Jorge Armando Félix, in die betroffene Region, so dass dieser nach verschiedenen Gesprächen mit den örtlichen Politikern, den Gutsbesitzern sowie mit den Indigenen ihm von der jetzigen Situation berichten konnte. Diese Woche sollen die Arbeitsgruppen wieder mit ihrer Arbeit beginnen.

In den deutschen Kinos läuft derzeit der Film Birdwatchers, dessen zentrales Thema die Landrechte der Guarani sind. Survival hat hierfür einen Fonds eingerichtet, um die Guarani in ihrem Kampf um ihr Land und eine selbst bestimmte Zukunft zu unterstützen.

 

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