Reservat für Ogiek - Ogiek werden aus ihrem Wald vertrieben

"Mann vom Stamm der Ogiek, Kenia."
"Mann vom Stamm der Ogiek, Kenia."
© Virginia Lulling/Survival

Die kenianische Regierung hat die im Mau Wald lebenden Ogiek aufgefordert ihr Land bis Mitte September zu verlassen und damit gedroht, sie andernfalls zu inhaftieren. Polizisten sind bereits rund um den Wald aufgestellt.

Der Mau Wald wurde in den letzten Jahren schwerstens geschädigt, größtenteils aufgrund des Zustroms an Abholzungsunternehmen und illegalen Siedlern, die die Bodenschätze ausbeuten. Die kenianische Regierung hat beschlossen dieses Problem zu lösen, indem sie alle Menschen aus dem Wald vertreibt, die Ogiek mit einbegriffen. Die Ogiek leben seit Jahrhunderten in diesem Gebiet.

Doch die Ogiek leisten Widerstand. Anfang der Woche trafen ihre Repräsentanten mit dem kenianischen Privatsekretär für Umwelt zusammen, um die Vertreibung der Ogiek zu stoppen. Laut der Ogiek könnten keine finanziellen Entschädigungen den Schaden wieder gut machen, der ihrem Volk durch eine Vertreibung zustöße.

Kiplangat Cheruyot vom Ogiek People's Development Program sagte Survival: " Seit letztem Monat leben alle in Angst. Die Situation ist sehr ernst, die Ogiek können nirgendwo anders leben. Die Menschen weinen wegen der Zwangsvertreibung. Die Regierung sagte, sie würde niemanden verschonen, weder Mensch noch Tier."

Seit der Kolonialzeit wurden wiederholt Versuche unternommen die Ogiek aus ihrem Wald zu vertreiben, häufig unter dem Vorwand, selbigen zu schützen. Doch die Ogiek halten daran fest, dass es die Abholzungsunternehmen und die Siedler sind, die dem Wald schaden.

Die Ogiek leben seit Jahrhunderten im Mauwald und sind für ihr Überleben stark von ihm abhängig. Wenn die Regierung ihre Pläne nicht ändert, dann werden die Ogiek das weltweit jüngste Reservat stellen und das nur, um dem überholten Bild eines menschenleeren Waldes gerecht zu werden.