Maasai vertrieben und inhaftiert, um Platz für Safari und Jagd-Konzessionen zu schaffen

"Dorf das im Mai 2009 niedergebrannt wurde."
"Dorf das im Mai 2009 niedergebrannt wurde."
© Survival

Acht Maasai-Dörfer in der Region Loliondo in Tanzania wurden niedergebrannt und hinterließen 3000 Einwohner ohne Nahrung, Wasser oder Obdach.

Am 4. Juli steckten schwer bewaffnete tanzanianische Bereitschaftspolizisten die Eigenheime und Lebensmittelgeschäfte der Maasai an, um sie aus ihrem angestammten Land zu vertreiben.

Tausende der Maasai sind nun mittellos und ihr Vieh leidet unter der Dürre. Sie wurden von ihren Dörfern gezwungen, zugunsten der Otterlo Business Corporation (OBC) ein Gebiet für die Wildjagd zu schaffen.

Ein Maasai sagte: „Unser Land muss heute für Investitionen weichen: für luxuriöse Touristenjagd.“

Survival erreichten ebenfalls Besorgnis erregende Berichte über Vergewaltigungen und körperlich schweren Misshandlungen von Maasai-Frauen während der Vertreibungen. Eine Frau beschrieb ihr Martyrium: „Zwei bewaffnete Männer verfolgten mich und befahlen mir, mich hinzulegen. Zur gleichen Zeit folgten ihnen sechs weitere Männer und sie alle vergewaltigten mich.

Berichten zufolge steht die Otterlo Business Corporation mit den königlichen Familien der Vereinigten Arabischen Emirate in Verbindung und besitzt seit 1992 exklusive Safari- und Jagdrechte in Loliondo im nördlichen Tanzania. Das Gebiet gehört ursprünglich den Maasai, doch seit das Unternehmen die Konzession besitzt, nutzt es das Gebiet für die Jagd von Großwild. Die Jagdkonzession hatte zur Folge, dass der Zugang der Maasai zu Weideland für ihr Vieh stark eingegrenzt wurde, was zu anhaltenden Spannungen zwischen den Maasai und der OBC führte.

Die jüngsten Gräueltaten zeigen, dass die Lage jetzt kritisch ist.

Maasai-Frauen, die kürzlich in Loliondo gegen die gewaltsame Vertreibung demonstrierten, wurde gesagt, sie hätten kein Recht zu protestieren. Außerdem erhielten die Führer der örtlichen Gemeinschaften anonyme Drohungen.

Das Niederbrennen der Dörfer hat mittlerweile aufgehört. Doch viele Maasai, die ihr Vieh innerhalb des OBC-Jagdgebietes weiden, werden gefangen genommen.
Fünf Einwohner wurden bereits ohne Zugang zu rechtlichem Beistand oder der Möglichkeit auf Entlassung gegen Kaution verurteilt und für 6 Monate inhaftiert. Weitere zehn Maasai stehen am 24. August vor Gericht.

Safari-Jagdunternehmen mit starker Machtposition nehmen schon seit geraumer Zeit Einfluss auf das Leben der Stammesvölker in Tanzania. 2007 entkam der kleine Stamm von Jägern und Sammlern, die Hadza, nur knapp der Vertreibung aus einem Teil seines angestammten Landes, da der Tanzania UAE Safari Ltd. auf Druck seitens der Hadza, der Hilfsorganisationen für indigene Völker und Survival die Jagdkonzesssion in Yaida Valley entzogen wurde.