Perus indigene Völker leiten rechtliche Schritte ein, um Ölprojekt zu stoppen

"Gekreuzte Speere im Block 67: Die Warnung unkontaktierter Indigener draußen zu bleiben. ©Marek Wolodzko/Survival"
"Gekreuzte Speere im Block 67: Die Warnung unkontaktierter Indigener draußen zu bleiben. ©Marek Wolodzko/Survival"
© Marek Wolodzko/AIDESEP

Ein geplantes gigantisches Ölprojekt des französisch-britischen Unternehmens Perenco im Amazonasgebiet Perus wird möglicherweise nicht realisiert werden, da lokale indigene Völker rechtliche Schritte eingeleitet haben.  

Der Dachverband der in Perus Amazonasgebiet lebenden indigene Völker AIDESEP (Indigene Vereinigung zur Entwicklung im peruanischen Regenwald), hat beim Verfassungsgericht einen Eilantrag auf Einstellung des Projektes gestellt. Das Projekt soll in einer Region realisiert werden, die auch unter dem Namen Block 67 bekannt ist.  

Perenco hatte zugesichert 2 Milliarden US Dollar in das Vorhaben zu investieren. Aber AIDESEP befürchtet, dass das Projekt katastrophale Auswirkungen auf die unkontaktierte indigene Bevölkerung dieser Region haben wird.

Das spanische Unternehmen Repsol-YPF ist ebenfalls von dem Antrag betroffen, da es in dem gleichen Gebiet nach Öl sucht.  

Perenco hat nur dreizehn Tage nach den Ausschreitungen in der Nähe der Stadt Bagua, bei denen bewaffnete Polizisten einen Protest der indigenen Bevölkerung gewaltsam beendeten und mehr als dreißig Polizisten und Zivilisten ums Leben kamen, die Genehmigung erhalten, das Projekt im Block 67 auszuführen.

Das von dem Oxfordabsolventen Francois Perrodo geleitete Unternehmen streitet ab, dass es in dem Gebiet unkontaktierte indigene Völker gibt. In einem kürzlich veröffentlichten Exposé in einer britischen Zeitung wird behauptet, dass eine von Perenco beauftragte Firma Beweise für ihre Existenz unterschlägt.

Perencos Ölprojekt hat heftige Empörung bei der indigenen Bevölkerung im Norden Perus ausgelöst. Es haben großangelegte Demonstrationen stattgefunden und Perencos Boote konnten auf Grund von Blockaden wochenlang den Fluss Napo nicht passieren, um in das Gebiet Block 67 zu gelangen.  

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Es ist eine Schande, dass die indigene Bevölkerung Perus vor Gericht gehen muss, um sich bei der Regierung Gehör zu verschaffen. Nach der Tragödie von Bagua haben die Behörden zugesichert, die indigene Bevölkerung zu konsultieren bevor sie diese gigantischen Projekte vorantreiben. Aber wie zuvor ignorieren sie weiterhin die Wünsche der indigenen Bevölkerung.“