Penan-Angehörige vor Regierungsbüros in Borneo festgenommen 16 September 2009

"Die Penan haben seit Jahrzehnten gekämpft, um die Zerstörung ihres Landes zu verhindern"
"Die Penan haben seit Jahrzehnten gekämpft, um die Zerstörung ihres Landes zu verhindern"
© Survival 2009

Mindestens 14 Protestierende, darunter sechs Penan, wurden heute in Malaysia festgenommen, als sie versuchten, ihren Widerstand gegen Wasserkraftstaudämme zum Ausdruck zu bringen. Diese würden sie von ihrem Land zwingen.


Die Gruppe von Indigenen und Aktivisten wurde vor den Amtsräumen des Ministerpräsidenten des Bundesstaates Sarawak festgenommen. Dieser liegt im malaysischen Teil der Insel Borneo. Die Protestierenden versuchten, eine Erklärung einzureichen, in welcher die Regierung dazu aufgerufen wird, den Bau von Staudämmen einzustellen, welche das Land vieler Penan und anderer Indigener fluten würden. Ihr Wald und ihre Begräbnisstätten würden zerstört. Über 600 Angehörige der Penan haben die Protesterklärung mit unterschrieben.


Raymond Abin vom Sarawak Conservation Action Network zählte zu den Festgenommenen. Aus dem Polizeigewahrsam berichtete er Survival, dass den Protestierenden die Einreichung der Erklärung nicht erlaubt worden sei, daher hätten sie vor dem Regierungsgebäude gewartet. Nach vier Stunden habe dann das Büro des Ministerpräsidenten von Sarawak die Polizei gerufen, und es sei zu den Festnahmen gekommen. Bislang seien gegen sie noch keine Anklagen erhoben worden.


Ein Penan hatte Survival Anfang des Jahres gesagt: „Dieses Land ist das Land meiner Vorfahren. Penan haben es seit zehn Generationen genutzt. Wir wollen von hier nicht wegziehen, und wir wollen dieses Land niemandem geben.“ Den Einwohnern seines Dorfes wurde gesagt, dass sie wegziehen müssen, um Platz zu machen für den Murum-Damm. Dieser befindet sich bereits im Bau durch das umstrittene chinesische Staatsunternehmen China Three Gorges Project Corporation.


Survival-Direktor Stephen Corry sagte heute: „Survival ist extrem beunruhigt darüber, dass die Penan und andere festgenommen wurden, weil sie ihre Sorgen wegen dieser Dämme zum Ausdruck zu bringen versuchten. Sollten diese fertiggestellt werden, vernichten sie ihre Leben. Statt die Protestierenden einzusperren, sollte die malaysische Regierung ihnen zuhören.“


Außerdem wurde gemeldet, dass die malaysische Polizei drei Straßenblockaden aufgelöst habe, die im August von zwölf Penan-Gemeinden errichtet worden waren gegen die Holzfäll- und Plantagen-Unternehmen, die ihren Wald zerstören. 

 

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