Weiterer Angriff mit Brandstiftung auf brasilianische Indigene 22 September 2009

Mutter und Kind vom Stamm der Guarani.


© João Ripper/Survival

In den frühen Morgenstunden des 18. September wurde die Guarani Kaiowá Gemeinde von Apyka´y von zehn bewaffneten Männern angegriffen. Diese gaben Schüsse auf das Lager ab und verwundeten dabei einen Indigenen.

Die Männer verprügelten weitere Indigene und verletzten einige mit Messern. Anschließend steckten die Eindringlinge die Behausungen der Indigenen in Brand, die daraufhin zusammen mit allen Besitztümern zerstört wurden.

Die Bewaffneten drohten den Indigenen, wenn sie ihr Lager an der Straße nicht verließen, würden sie sterben. Der Gemeinde fehlt jegliches Material, um die Hütten wiederaufzubauen, und die Bewohner leben in ständiger Angst vor neuen Angriffen.

Survival liegen Berichte vor, laut derer Sicherheitsleute von örtlichen Viehzüchtern den Indigenen Zutritt zu den Wasserstellen der Ranchen verweigert haben. Es ist zu vermuten, dass die Viehzüchter ihre Sicherheitsleute auf die Indigenen angesetzt haben, um sie vom Wasser holen abzubringen.

Die Guarani-Kaiowá von Apyka’y leben mit Unterbrechungen seit sechs Jahren an dieser Straße. Sie haben mehrere Male versucht, in ihr „Tekoha“ (angestammtes Land) zurückzukehren, von dem sie Viehzüchter vor etwa 10 Jahren vertrieben hatten.

Nach dem letzten Versuch der Guarani-Kaiowá ihr Land wieder in Besitz zu nehmen, erwirkten die Viehzüchter vor Gericht einen Räumungsbefehl und die Gemeinde musste ihr Land im April 2009 erneut verlassen.

Im Juni 2009 schrieb die Gemeinde von Apyka’y einen verzweifelten Brief an FUNAI, die brasilianische Indianerbehörde, in dem es diese bat, einer Anerkennung des gesamten Landes der Guarani zuzustimmen: „Werden Sie das Landrecht der Indigenen anerkennen? … Wir müssen wissen, was mit unserem Land passiert. Haben wir unser Land verloren oder nicht? … Werden Sie den Landkonflikt lösen oder nicht? Das Problem muss wirklich gelöst werden, für unsere Gemeinde.“

Dieser jüngste Angriff erfolgte nur kurz nachdem vor vier Tagen bereits ein Indigenen-Lager an einer Landstraße von den Sicherheitsleuten eines Viehzüchters niedergebrannt worden war.

 

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