Davi Yanomami fordert Brasiliens Präsidenten auf Goldgräber zu verbannen 18 September 2009

Illegale Start- und Landebahn der Goldgräber auf dem Land der Yanomami
Illegale Start- und Landebahn der Goldgräber auf dem Land der Yanomami
© Hutukara/ISA

Diese Woche trafen sich Davi Kopenawa, Schamane und Sprecher der Yanomami, und Präsident Lula. Kopenawa stellte an ihn die Forderung die in Nordbrasilien illegal auf dem Land der Yanomami arbeitenden Goldgräber sofort von dem Territorium zu verweisen.

Hutukara, die Vereinigung der Yanomami, wandte sich wiederholt an die staatlichen Behörden mit der Bitte angesichts der Ausweitung verheimlichter Minenprojekte schnellstmöglich zu handeln. Die Goldminen stellen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar und verseuchen die Flüsse.

Es kommt immer wieder zu Gewaltakten gegenüber den Indigenen. Anfang des Jahres wurde ein Yekuana-Indigener von Bergleuten getötet, weil er sich weigerte diese zu seinem Land zu führen.

Darüber hinaus verbreiten die Goldgräber Krankheiten wie Malaria und Grippe, gegen die das Immunsystem der Yanomami auf Grund ihrer Abgeschiedenheit machtlos ist.

Die Hutukara forderte in einem Brief an den Präsidenten, dass die Gemeinden der Yanomami in dem neuen Gesundheitsprogramm der Regierung mehr Beachtung finden. Dieses Programm wird bald das derzeitige Modell ersetzen, das auf Grund erheblicher Korruption und Bürokratie seine Funktion nicht mehr erfüllen kann. In den letzten Monaten erkrankten zahlreiche Yanomami an Malaria; insbesondere unter den Kindern gibt es etliche Todesfälle zu beklagen, da kein Arzt diese Gemeinschaften je erreicht.

Auch soll eine Gruppe von Viehzüchtern und Bauern, die sich illegal auf dem Land der Yanomami-Gemeinschaft der Ajarani aufhalten, verbannt werden. Sie verschmutzen und schädigen die Umwelt und bedrohen die dort lebenden Indigenen.

Der Brief endet mit einer eindringlichen Kritik an der derzeitigen Entwicklung, die den Yanomami aufgezwungen wurde, und den großflächigen Minenbauarbeiten. Dabei wird deutlich, wie die Indigenen selbst diese Tendenz sehen: „Ihr [Nicht-Indianer] sagt, wir wären arm und dass es uns dann besser gehen würde. Aber was wisst ihr schon über unser Leben, dass ihr das behaupten könnt? Nur weil wir anders sind als ihr, unser Leben auf eine andere Art und Weise führen und uns andere Dinge wichtig sind, bedeutet das nicht, dass wir arm sind.“

„Wir, die Yanomami, besitzen Reichtümer, die uns von unseren Vorfahren hinterlassen wurden und die ihr Weißen nicht sehen könnt: Land, das uns Leben, sauberes Wasser und glückliche Kinder schenkt… Wir wollen, dass ihr uns das Recht garantiert, dass wir selbst entscheiden können, was das Beste für uns ist.“

 

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