Nach Maasai Vertreibungen wächst der Druck auf tansanische Regierung

"Im Juli 2009 niedergebrannte Maasai Wohnstätte."
"Im Juli 2009 niedergebrannte Maasai Wohnstätte."
© Survival

Der Druck auf die tansanische Regierung steigt angesichts der gegenwärtigen gewalttätigen Vertreibungen von Maasai von ihrem Land Loliondo, Nord Tansania, um dem Jagdunternehmen Otterlo Business Corporation (OBC) Platz zu machen.

Lokale Menschenrechtsorganisationen verhandeln im Namen der betroffenen Maasai kriminelle und zivile Fälle gegen die tansanische Regierung am High Gericht in Arusha. Mehr als 100 Zeugen sind Berichten zufolge bereit auszusagen.

Weiterer Druck geht von Diplomaten, ansässig in Tansanias Hauptstadt, Dar es Salaam, aus. Ein Gruppe aus Dänemark, Schweden, Irland und Großbritannien haben kürzlich Loliondo besucht, um die Vertreibungen und Berichte über Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen. Ihnen wurde der Eintritt in die besagten Dörfer von lokalen Regierungsbehörden verweigert.

Der dänische Botschafter, Bjarne Sørensen, rief die tansanische Regierung auf „in ihren Handlungen die Gewährleistung von Rechtsstaatlichkeit und von Menschenrechten für alle Bürger Tansanias zu berücksichtigen“ und „eine unabhängige Untersuchung des Loliondo Falles ins Leben zu rufen, um sicherzustellen, dass Gesetzeswidrigkeiten mithilfe zuständiger Behörden und gemäß dem Gesetz behandelt werden.“

Ungefähr 100 vertriebene Maasai marschierten kürzlich zum Regierungsgebäude in Dar es Salaam, um eine Audienz bei Präsident Jakaya Kikwete zu erbitten. Ihrer Bitte wurde nicht nachgekommen.

In Folge des Marsches kündigte Tansanias Minister für natürliche Ressourcen und Tourismus, Shamsa Mwangunga, eine Untersuchung der erzwungenen Vertreibungen an. Allerdings drückten einige Beobachter ihre Besorgnis darüber aus, dass diese nur auf Schönfärberei hinauslaufen würde und haben eine unabhängige Untersuchung gefordert.

Ein Video (s.o.), welches vor Kurzem auf youtube eingestellt wurde, beinhaltet Interviews mit vertriebenen Maasai. Ein Mann sagt: „Wir bitten darum, dass die Welt unser Weinen hört und die Regierung davon überzeugt uns den Frieden wieder zu geben, den wir in den vergangenen jahren genossen haben.“