Zum Flüchtlingsdasein verdammt – Kenianischer Stamm muss Land zum Jahresende verlassen

Ogiek, Kenia.


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Noch vor Ende des Jahres sollen die Ogiek von ihrem angestammten Heimatland, dem kenianischen Mau Wald vertrieben werden; dies wurde heute bestätigt.

Das „Mau Forest Interim Co-ordination Secretariat” der kenianischen Regierung hat einen 5-Phasen-Plan bekannt gegeben, nach dem der Mau Wald von allen Bewohnern geräumt werden soll.

Die Ogiek müssen den Wald bereits in der ersten Phase zusammen mit allen Siedlern ohne Eigentumsurkunden verlassen. Die Räumungsbefehle werden zum 26. November erteilt, bis zum 31. Dezember soll die Räumung des Waldes abgeschlossen sein.

In den letzten Jahren fiel der Mau Wald einer extremen Zerstörung zum Opfer, vor allem aufgrund der illegalen Aktivitäten der Holz- und Kohleindustrie, aber auch durch den Zustrom illegaler Siedler in das Gebiet.

Da der Mau Wald eine Hauptwasserquelle für Kenia darstellt, hat seine Zerstörung ökologisch und wirtschaftlich verheerende Auswirkungen.

Um den Mau Wald zu erhalten, hat die kenianische Regierung die vollständige Räumung des Gebietes angeordnet. Dabei macht sie jedoch keinen Unterschied zwischen den zumeist illegalen Siedlern, die sich erst vor kurzem in den Wäldern niedergelassen haben, und den Ogiek, die dort schon seit Jahrhunderten leben.

Die honigsammelnden Ogiek leben seit mehreren Generationen im Mau Wald. Sie leben im Einklang mit dem Wald und seinen Tieren. Daher sind sie auch nicht verantwortlich für die Zerstörung des Waldes.

Wenn die Ogiek wirklich im Namen eines falsch verstandenen Naturschutzes von ihrem Heimatland vertrieben werden, werden sie zu den nächsten „Naturschutz-Flüchtlingen”.