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Bergbaukonzern mit Einschüchterungs-Taktik gegen Menschenrechts-Organisation 14 Dezember 2009

Gegen die von Vedanta geplante Mine ist es wiederholt zu Protesten gekommen. ©Satyabady Naik
Gegen die von Vedanta geplante Mine ist es wiederholt zu Protesten gekommen. ©Satyabady Naik
© Satyabady Naik

Die indische Tochtergesellschaft des Bergbaugiganten Vedanta Resources hat einen beispiellosen Angriff auf Survival International gestartet – offenbar um die Forscher der Menschenrechtsorganisation aus einem Gebiet zu vertreiben, auf dem das Unternehmen Bergbau betreiben will.

Der Bergbau-Konzern beschuldigt Survival fälschlicherweise, erzwungenermaßen mit den Dongria Kondh zusammenzuwirken, die in der Gegend leben, die für den Bergbau vorgesehen ist. Hierdurch werde „Unruhe“ ausgelöst. Vedanta hat Ermittlungen der Polizei gegen Survival veranlasst. Beamte statteten zu nächtlicher Stunde einem Hotel einen Besuch ab, in dem sie Mitarbeiter von Survival vermuteten.

Survival-Forscher waren im Gebiet der Niyamgiri-Hügelkette im ostindischen Bundesstaat Orissa, um mit Angehörigen der Dongria Kondh zu sprechen, deren Zukunft durch eine Mine bedroht ist, welche Vedanta auf ihrem heiligen Berg errichten will.

Pavan Kaushik, der Leiter der Unternehmenskommunikation der Vedanta-Gruppe, behauptete in einem an Journalisten gerichteten Schreiben, dass „ausländische Nichtregierungsorganisationen, darunter Survival International … arglose Indigene dazu anstifteten, die Regierung und das Unternehmen zu verleumden.“ In dem Brief griff der Kommunikationschef von Vedanta „Ausländer” an, die sich “frei in der Gegend umherbewegen” und behauptete, diese gäben „falsche Informationen“ weiter. Der Brief fordert Journalisten außerdem dazu auf, den regionalen Polizeipräsidenten zu kontaktieren, der für Interviews zur Verfügung stehe.

Im September hatte die britische Regierung entschieden, dass Vedanta wiederholt die Menschenrechte der Dongria Kondh nicht respektiert habe, und daher eine Veränderung im Verhalten des Unternehmens gefordert. Die Regierung bat Survival, ihr zu berichten, welche Schritte Vedanta eingeleitet habe, um diese „unverzichtbaren“ Veränderungen noch vor Jahresende in die Tat umzusetzen.

Gordon Bennett, ein Londoner Rechtsanwalt, der die Kalahari-Buschleute bei ihrem historischen Sieg über die Regierung von Botsuana vertrat, hat im Namen der Dongria Kondh ihre Beschwerde gegen Vedantas Verhalten vorgetragen. Er begleitete die Forscher von Survival.

Bennett sagte heute: „Wir haben keinerlei falsche Informationen über Vedantas Bergbau-Aktivitäten verbreitet. Alle Informationen, die wir den Dongria gegeben haben, wurden Vedantas eigenem Bergbau-Plan entnommen, den das Unternehmen nie mit den Dongria selbst zu besprechen für notwendig ansah. Wir haben nicht mit den Dongria „erzwungenermaßen zusammengewirkt“: Im Gegenteil, wir wurden von allen herzlich willkommen geheißen, die wir treffen konnten.“

„Wir haben keine „arglosen Indigenen“ dazu angestiftet, entweder die Regierung oder Vedanta zu verleumden. Fakt ist jedoch, dass die Gefühle in Niyamgiri hochkochen, und dass viele Dongria Vedanta mit Argwohn und Misstrauen betrachten. Sie glauben, dass ihre Lebensweise massiv bedroht ist.“

„Wir haben nichts getan, um ein „Missverständnis“ zu schaffen. Aber Vedanta hat dies getan: sowohl durch die Weigerung, sich mit uns zu treffen, als auch – was schwerwiegender ist – durch das wiederholte Ausbleiben einer Anhörung der Dongria zu den Unternehmensplänen für die heiligen Hügel, oder auch dadurch, in irgendeiner Weise ihrer Meinung Beachtung zu schenken.“

Der Rechtsanwalt fügte hinzu: „Wenn Vedanta doch nichts zu verbergen hat, ist es schwer verständlich, warum das Unternehmen sich solche Mühe gibt, unsere Nachforschungen zu behindern. Die Pressemitteilung von Vedanta entbehrt jeder Grundlage.“

Survival-Mitarbeiter Dr. Jo Woddman steht für Interviews zur Verfügung in Indien unter +91 9953 409 060. Für andere Medien-Anfragen, wenden Sie sich bitte an Miriam Ross unter +(44) (0)20 7687 8734 oder mr@survivalinternational.org.

 

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