Yanomami mit Schweinegrippe infiziert

Eine Yanomami-Familie
Eine Yanomami-Familie
© Victor Englebert / Survival

Zwei Yanomami Männer wurden mit Schweinegrippe diagnostiziert und es wird vermutet, dass sich ein 10-Jähriger aus derselben Gemeinde ebenfalls mit dem Virus infiziert hat.

Bereits Ende Dezember wurde bestätigt, dass es sich bei den zwei Männern um die Schweinegrippe handelt, die Nachricht wurde aber erst jetzt veröffentlicht.

Brasiliens nationale Gesundheitsbehörde, FUNASA, brachte den Jungen per Helikopter zur Behandlung ins Krankenhaus in Santa Isabel do Rio Nero. Er wird derzeit auf Schweinegrippe getestet. Laut FUNASA werden die Ergebnisse in Kürze bereit liegen.

Die Yanomami sind mit ungefähr 32.000 Mitgliedern das größte, relative isoliert lebende Volk im Amazonas-Regendwald. Sie leben in abgeschiedenen Gemeinden im tropischen Urwald an der Grenze zwischen Venezuela und Brasilien. Aufgrund ihrer isolierten Lebensweise haben sie kaum Resistenz gegenüber eingeschleppten Krankheiten wie der Grippe.

Vorhergehende Fälle von Epidemien unter den Yanomami haben gezeigt, wie rapide sich die Grippe ausbreiten, und wie verheerend sie sich auf bereits geschwächte Immunsysteme auswirken kann. Die Grippe kann durch die Schwächung der Immunsysteme zu gefährlichen und sogar tödlichen Folgekrankheiten wie Lungenentzündung führen.

Letzten November starben sieben Mitglieder der Yanomami auf der venezolanischen Seite innerhalb von zwei Wochen an der Schweinegrippe.

Es wird befürchtet dass diese neuen Fälle den Beginn eines ähnlichen Ausbruches bedeuten könnten.

Survival veröffentlichte im Oktober 2009 einen Bericht um auf die Bedrohung der Schweinegrippe auf indigene Völker auf der ganzen Welt aufmerksam zu machen.