Acht Jahre ohne Wasser für Gana und Gwi Buschleute 21 März 2010

Während der 22. März den internationalen Weltwassertag markiert, zählen die Gana und Gwi Buschleute in Botswana bereits das achte Jahr ohne regulären Zugang zu Wasser im Central Kalahari Game Reserve.

Bereits 2002 versiegelte die Regierung Botswanas das Wasserbohrloch, von welchem die Buschleute für den Wasserzugang abhängig sind. Die Regierung beabsichtigte damit, die Indigenen aus dem Reservat und von ihrem Land zu vertreiben. Trotz der Entscheidung von Botswanas Oberstem Gerichtshof 2006, welche das verfassungsmäßige Recht der Buschleute auf das Leben im Reservat bestätigte, verweigert die Regierung den Buschleuten weiterhin, das Wasserbohrloch wieder in Stand zu setzen. Dies obwohl die Gana und Gwi angeboten haben, die Kosten dafür selbst aufzubringen.

Die Regierung zwingt die Gana und Gwi damit, bis zu 480km zurückzulegen, um Wasser zu beschaffen. Gleichzeitig erlaubt sie den Betrieb neuer Sarafi-Lodges mit Swimmingpools für Touristen in dem Reservat, sowie den Bau weiterer Wasserlöcher für Wildtiere.

Der Umgang der Regierung mit den Buschleuten wurde kürzlich vom UN Sonderberichterstatter für Indigene Völker, Prof. James Anaya, verurteilt. Dieser warf der Regierung vor, „wichtige internationale Menschenrechtsnormen” nicht einzuhalten. Er betonte ebenfalls, dass „die indigene Bevölkerung, die in dem Reservat geblieben oder dorthin zurückgekehrt ist, sich wegen des Wassermangels harten und lebensbedrohlichen Umständen ausgesetzt sieht.” Er forderte die Regierung auf, dass Wasserbohrloch „unverzüglich” wieder in Betrieb zu nehmen.

Seit der Entscheidung des Obersten Gerichts 2006, sind viele Gana und Gwi Buschleute auf ihr angestammtes Land im Reservat zurückgekehrt. Ohne den Zugang zu dem Bohrloch, sind sie jedoch von gravierendem Wassermangel bedroht; seit der Zerstörung des Bohrloches verstarb bereits mindestens eine Angehörige der Gana und Gwi aufgrund von Wassermangel. Viele weitere fristen ihre Zeit in Umsiedlungslagern, in welche sie von der Regierung gebracht wurden. Sie hoffen weiterhin auf die Rückkehr auf ihr Land und den Zugang zu Wasser dort.

Über 2.000 Tage sind vergangen seit die Wasserzufuhr der Buschleute, die nun weitere gerichtliche Schritte gegen die Regierung eingeleitet haben, abgeschnitten wurde.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Die Weigerung der Regierung den Buschleuten wieder den Zugang zu Wasser zu gewähren ist böswillig. Alles was die Buschleute wollen, ist ihr Bohrloch benutzen zu können, wie es ihnen vor der illegalen Vertreibung von ihrem Land möglich war. Wie kann sich Botswana ein „leuchtendes Beispiel” für Demokratie nennen, wenn es seinen ältesten Einwohnern das grundlegende Recht auf Wasser versagt?”

 

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  • Schreiben Sie Ihrem oder Ihrer Abgeordneten im Parlament oder der botswanischen Vertretung in ihrem Land.

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