Chinesische Bank will Staudamm in Äthiopien finanzieren 16 Juni 2010

Mutter und Kinder der Karo (oder Kara), einem Volk mit 1.000 bis 1.500 Angehörigen im Omo Tal.
Mutter und Kinder der Karo (oder Kara), einem Volk mit 1.000 bis 1.500 Angehörigen im Omo Tal.
© Eric Lafforgue/Survival

China größte Bank, die Industrial and Commercial Bank of China, wird nach Angaben von Äthiopiens Elektrizitätsagentur EEPCo einen Kredit von US$ 400 Millionen für den Bau des kontroversen Gibe III Staudamms bereitstellen.

Berichten zufolge, wurde zudem eine weitere chinesische Firma, Dongfang Electric Corporation, unter Vertrag genommen um Arbeiten am Damm durchzuführen.

Äthiopien ist momentan auf der Suche nach Geldgeber um den Gibe III Staudamm zu finanzieren, der bereits zu einem Drittel fertig gestellt ist. Das italienische Unternehmen Salini Costruttori ist mit dem Bau beauftragt, obwohl nun vermutlich Dongfang ebenfalls einen Teil der arbeiten übernehmen wird.

Survival hat sich mit der Forderung an ICBC gewandt, den Damm Gibe III nicht zu finanzieren. Der Staudamm bedroht die Lebengrundlage von mindestens acht Völkern in Äthiopiens Unterem Omo Tal. Das Tal ist auch UNESCO Weltnaturerbe.

Wenn Gibe III fertig gestellt werden sollte, würde der Damm den natürlichen Überschwemmungskreislauf des Omo Flusses beenden. Dieser ist jedoch für das Überleben der indigenen Gruppen vor Ort notwendig: Einige Völker bauen Getreide auf den Auen an; das kleine Volk der Kwegue ist auf Fischerei angewiesen um ausreichen Nahrung zu beschaffen.

Keines der Völker die am stärksten von Gibe III betroffen sind wurde zu dessen Bau konsultiert. Dies stellt eine Verletzung der äthiopischen Verfassung und der internationalen Standards der UN Deklaration zu den Rechten Indigener Völker dar.

 

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