Indiens Premierminister unterstützt kontroverse Vedanta Mine

"Mädchen der Dongria, Niyamgiri Berge, Indien."
"Mädchen der Dongria, Niyamgiri Berge, Indien."
© Survival

Völlig überraschend hat sich der indische Premierminister Dr. Manmohan Singh in das Genehmigungsverfahren für ein weltweit umstrittenes Bergbauprojekt eingeschaltet.

In einem Schreiben fordert Singh Indiens Ministerium für Umwelt und Wälder dazu auf, die von Vedanta Resources beantragte Mine auf den Niyamgiri Bergen in Odisha zu genehmigen. Ohne offizielle Freigabe seitens der Behörde kann das Bergbauprojekt nicht in Betrieb genommen werden.

Die Mine wird verheerende Folgen für das indigene Volk der Dongria Kondh haben, welches in dem Gebiet lebt. Ein Angehöriger der Dongria wandte sich an Survival und erklärte, „dass nur die Reichen von der Mine profitieren. Wir dagegen werden zu Bettlern, während sich Vedanta durch der Zerstörung unseres Berges und unserer Wälder bereichert.“ Die Dongria Kondh wurden als das „echte Avatar-Volk“ bekannt, da ihre Notlage viele Parallelen zu der fiktiven Geschichte der Na’vi in James Camerons Blockbuster aufweist.

Bereits Anfang des Jahres beauftragte das Umweltministerium ein Expertenteam mit der Überprüfung des Vorhabens von Vedanta. Dieses kam zu dem Schluss, dass die Niyamgiri-Mine zur „Vernichtung der Dongria Kondh“ als indigene Gruppe führen könnte und warnte vor solch einem Ausgang.

Das an der britischen Börse dotierte FTSE 100 Unternehmen Vedanta ist zur Mehrheit im Besitz des Milliardärs Anil Agarwal.

Das Ministerium hat ein weiteres Expertenteam beauftragt Untersuchungen durchzuführen. Berichten zufolge wird das Umweltministerium danach seine Entscheidung bekannt geben. Diese wird aller Voraussicht nach mit der Hauptversammlung Vedantas zusammenfallen, die am 28. Juli in London abgehalten wird.

Im letzten Jahr verurteilte die britische Regierung Vedantas Haltung und ließ verlauten, dass Vedanta „die Rechte der Dongria Kondh nicht respektiere“ und dass „eine Änderung der Unternehmensstrategie unerlässlich“ sei. Aufgrund menschenrechtlicher Bedenken veräußerten einige angesehene Investoren ihre Aktien – darunter die Church of England, die norwegische Regierung und der Joseph Rowntree Charitable Trust.

Survivals Direktor Stephen Corry fordert: „ Der Premierminister sollte die Rechte der verwundbarsten indischen Bürger schützen und nicht der Verwirklichung eines Projektes beisteuern, welches laut Regierungsexperten genau diese Bevölkerungsruppe zu zerstören droht.“

Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte Linda Poppe
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