Indischer Gerichtshof schützt Stamm 26 Mai 2002

Der oberste indische Gerichtshof hat in einem beispiellosen Urteil auf einen Schlag die drei größten Bedrohungen für den isolierten Stamm der Jarawa auf den Andamanen weg gefegt. Am 7. Mai hat das Gericht die Schließung der Andaman Trunk Road und die Entfernung der auf Reservatsland wohnenden Siedlern angeordnet. Beides hatte Survival schon seit Jahren gefordert. Das Urteil, das im Angesicht starker politischer Oposition gefällt wurde, bietet den Jarawa und anderen Stämmen auf den Inseln die beste Überlebenschance seit Generationen.

Die Jarawa, ein Nomadenstamm von Jägern und Sammlern, dessen Anzahl auf 250-300 geschätzt wird, widersetzten  sich in den fast 150 Jahren,  in denen fremde Siedler auf ihren Inseln leben, jeglichem Kontakt mit Aussenstehenden. In den siebziger Jahren wurde die Andaman Trunk Road, die eine tödliche Bedrohung für das Überleben der Jarawa darstellt,  durch das Herz ihres Gebietes geschlagen. Mit ihr kam ein stetiger Strom Außenstehender, die den Wald des Stammes zerstören und ihr Wild jagen, und die ausserdem die stetige Bedrohung durch Epidemien mit sich bringen. Vertrieben von ihren Jagdgründen, begannen die Jarawa 1998 die Straße und Siedlungen aufzusuchen- das bedeutete widerum mehr Beeinträchtigung und Ansteckungsgefahr. Man befürchtet, dass kürzlich mehrere Familien, die im Wald wohnen, an unbekannten Krankheiten starben.

Nachdem die Regierung Indiens zustimmte, den Jarawa nicht länger Siedlungen aufzubürden, konzentrierte Survival  seine Kampagne auf die Schließung der Straße. Jetzt akzeptierte der oberste Gerichtshof die Empfehlungen des Beauftragten Shekar Singhts und kam mit den drei wichtigsten Forderungen von Survival überein: das Verweisen der Siedler aus dem Stammesland, ein Ende der Abholzung ihrer Wälder und die Schließung der Andaman Trunk Road. Das Urteil wurde aufgrund einer Petition über das Abholzen auf Stammesland, die von der  Society for Andaman and Nicobar Ecology (SANE), Bombay Natural History Society (BNHS) und Kalpavriksh verfasst wurde, gefällt.

Der Direktor von Survival, Stephen Corry, sagte: "Das sind hervorragende Nachrichten für die Jarawa und für die anderen Stämme der Andamanen. Die Straße, die Holzfäller und Siedler brachten ihnen 30 Jahre lang Tod und Krankheit.  Nun werden diese Bedrohungen, dank dem obersten Gerichtshof in Indienelimiert werden. Jetzt müssen wir uns darum kümmern, dass das Urteil genau befolgt wird."

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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