Recht auf Wasser: Botswanas Buschleute gehen in Berufung 1 September 2010

Xoroxloo Duxee starb 2005 an Wassermangel und Hunger, nachdem die Regierung den Zugang zu ihrem Reservat blockierte und bewaffnete Männer die Buschleute am jagen, sammeln und Wasser holen hinderten.
Xoroxloo Duxee starb 2005 an Wassermangel und Hunger, nachdem die Regierung den Zugang zu ihrem Reservat blockierte und bewaffnete Männer die Buschleute am jagen, sammeln und Wasser holen hinderten.
© Survival

Botswanas indigene Buschleute haben Berufung gegen ein Urteil des Obersten Gerichtshofs eingelegt, welches ihnen den Zugang zu Wasser auf ihrem angestammten Land verweigert.

Im Juli hatte Richter Walia die Klage der Buschleute abgelehnt, einen Brunnen auf ihrem Land innerhalb des Central Kalahari Game Reserve nutzen zu dürfen. Der Richter äußerte damals Verständnis für die Position der botswanischen Regierung, dass die Buschleute „infolge der Wahl eines sehr entlegenen Siedlungsgebiets“ für jede hiermit verbundene Unannehmlichkeit selbst verantwortlich seien.

Das Urteil erging eine Woche bevor die Vereinten Nationen das Recht auf Wasser zu einem grundlegenden Menschenrecht erklärten. Scharfe Kritik äußerte auch die African Commission on Human and Peoples’ Rights, Afrikas wichtigste Menschenrechts-Institution. Den Buschleuten werde das „Recht zu leben“ vorenthalten, welches in der Afrikanischen Menschenrechtscharta verankert sei.

Im Jahr 2002 vertrieb Botswanas Regierung die Buschleute von ihrem Land. Der Oberste Gerichtshof erklärte die Vertreibung für illegal und verfassungswidrig. Trotz der Gerichtsentscheidung verhindert die Regierung jedoch weiterhin eine Rückkehr der Indigenen in ihre Heimat, indem sie ihnen den Zugang zu einem Brunnen untersagt, auf deren Wasser sie angewiesen sind. Ohne diesen sind sie zu beschwerlichen Reisen gezwungen, um Wasser von außerhalb des Reservats zu holen.

Die Buschleute haben Rechtsmittel eingelegt, um Zugang zu dem Brunnen zu erhalten, welchen die Regierung während der Vertreibungen im Jahr 2002 versiegelt und verschlossen hatte. Obwohl die Buschleute erklärt haben, den Betrieb der Quelle selbst zu finanzieren, behauptet die Regierung, hierfür sei eine Genehmigung erforderlich. Diese wird aber verweigert.

Zugleich hat die Regierung neue Wasserlöcher für Wildtiere in dem Schutzgebiet angelegt und ein Luxus-Camp inklusive Pool für Touristen auf dem Land der Buschleute genehmigt. Außerdem soll der Betrieb einer Diamantenmine grünes Licht erhalten, die in der Nähe einer Siedlung der Buschleute gelegen ist.

Botswanas Präsident Ian Khama, Vorstandmitglied der Umweltschutzorganisation Conservation International, hat die Lebensweise der Buschleute als eine „archaische Fantasie“ bezeichnet .

Jumanda Gakelebone, Sprecher der Buschleute, erklärte: „Wie alle Menschen können wir nicht ohne Wasser leben. Unter dem Auge der Öffentlichkeit fordern wir Buschleute unser grundlegendes Menschenrecht.“

 

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