Buschmänner wurden zum Schweigen gebracht und von ihrem Ahnenland ausgeschlossen 24 Februar 2002

Letzte Woche verweigerte die botswanische Regierung den Gana und Gwi Buschmänner im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet noch immer jeglichen Kontakt mit der Außenwelt, indem sie Buschmännern den Zutritt zum Reservat untersagte, die den Zurückgebliebenen lebenswichtige Nahrungsmittel und Wasser bringen wollten.

Regierungsbeamte beschlagnahmten solarbetriebene Radioempfänger, die Survival den Buschmännern zur Verfügung gestellt hatte. Sie untersagten auch zwei Buschmännern den Zutritt zum Reservat, als diese Nahrung und Wasser zu den belagerten Gemeinschaften bringen wollten. Diese waren durch die Regierung zuvor von jeglicher Nahrungs- und Wasserversorgung abgeschnitten. Später wurde den beiden Buschmännern der Zutritt gewährt, mit der Einschränkung, dass sie zukünftig entweder eine spezielle Erlaubnis bräuchten oder Eintritt zu zahlen hätten.

In den 60er Jahren war das Zentral Kalahari Wildschutzgebiet zur Heimat der Gana und Gwi Buschmänner bestimmt worden, deren Ahnenland das Wildschutzgebiet einschließt. Doch seit Mitte der 80er Jahre führt die botswanische Regierung eine Schikanierungskampagne gegen die Buschmänner, um sie aus dem Reservat zu vertreiben, obwohl das Land nach internationalem Recht den Buschmännern gehört. In den vergangenen Wochen sahen sich viele der rund 700 im Reservat verbliebenen Buschmänner angesichts der Schikanierungen gezwungen zu gehen. Letzte Woche stoppte die Regierung jegliche Zufuhr von Nahrungsmitteln und Wasser für die letzten Buschmänner, die sich der Vertreibung noch widersetzen. Indem ihnen nun Radioempfänger genommen werden und der Kontakt mit anderen Buschmännern unterbunden wird, lässt die Regierung die verbliebenen Buschmann-Familien total isoliert in der Gefahr von Hunger und Verdurstung zurück.

Die botswanische Regierung behauptet, dass 3$ pro Person und Woche für die Versorgung mit Wasser und anderem für die Buschmänner im Reservat zu teuer wäre. Die Europäische Union hat ein Angebot zur Zahlung gemacht, welches von der Regierung ignoriert worden wurde. Ältere Regierungsmitglieder beschreiben Buschmänner als ‚primitiv' und ‚prähistorisch', und dieses rassistische Verhalten scheint auch hinter ihrer Aggression zu liegen. Das Reservat ist auch reich an Diamantenvorkommen, was nach Meinung vieler ein weiterer Grund für die Vertreibung der Buschmänner durch die Regierung sein könnte.

Stephen Corry, der Generaldirektor von Survival sagte dazu, „Jagdverbot, Folter, Verfolgung, Abschneiden von der Wasserversorgung und die Vernichtung aller Wasserreserven, Zerstörung ihrer Wasserpumpe, das Stehlen ihrer Radioempfänger, die Erklärung, sie dürften ihr Heimatland nicht ohne spezielle Erlaubnis betreten … Dies alles ist die Summe der bisher schlimmsten Attacke auf die Gana und Gwi Buschmänner. Unglaublich dass die Regierung sich noch immer hinter der nackten Lüge versteckt, es sei alles nur zugunsten der Buschmänner – dies ist die bisher krasseste Lüge in all den Jahrzehnten des Genozids, die die Buschmänner hören mussten."

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