Erfolg: USA unterstützt als letzter Staat UN-Erklärung

"Die weltweite Akzeptanz der Erklärung ist ein kleiner Schritt für echten Wandel im Leben indigener Völker."
"Die weltweite Akzeptanz der Erklärung ist ein kleiner Schritt für echten Wandel im Leben indigener Völker."
© John Miles/Survival

Die USA haben formal der UN-Erklärung zu den Rechten indigener Völker zugestimmt, womit nun weltweit kein Staat mehr gegen die Erklärung ist.

Nachdem Kanada der Erklärung im November zustimmte, waren die USA das einzige verbliebene Land, das die Erklärung noch ablehnte. Die meisten Staaten unterstützen die Erklärung seit ihrer Verabschiedung 2007.

Präsident Obama erklärte die Kehrtwende bei der gestrigen Eröffnung der Tribal Nations Conference im Weißen Haus. Er fügte hinzu: „Was mehr zählt als Worte – was mehr zählt als irgendeine Erklärung oder Resolution – sind die Handlungen die diesen folgen.“

Ein Native American in den USA hat den Vereinten Nationen zufolge eine 62 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit Selbstmord zu begehen als ein durchschnittlicher US-Bürger. Die Wahrscheinlichkeit an Tuberkulose zu erkranken liegt 600-mal höher.

Weltweit werden indigene Völker mit fatalen Folgen ausgegrenzt, enteignet und diskriminiert. Die UN-Erklärung setzt Standards an denen sich Regierungen messen lassen müssen. Zudem ist sie für indigene Völker ein wichtiges Instrument für den Kampf gegen Ungerechtigkeit.

Trotz ihrer Bedeutung ist die UN-Erklärung für Unterzeichner nicht rechtlich bindend. Survival setzt sich daher dafür ein, dass alle Staaten das Übereinkommen 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO 169) ratifizieren, das einzige rechtsverbindliche internationale Instrument für indigene Völker. Bisher haben nur 22 Staaten ILO 169 ratifiziert. Die USA zählen nicht dazu.

Survivals Direktor Stephen Corry äußerte sich über die Mitteilung mit den Worten: „Dies sind willkommene Neuigkeiten; ein entscheidender Schritt in Richtung universeller Anerkennung der Tatsache, dass Leben und Lebensweise indigener Völker genaus wertvoll sind wie die anderer Menschen. Aber vielversprechenden Worten müssen positive Handlungen folgen, damit dieser Meilenstein nicht bedeutungslos wird."