„Lächerliche“ Urteile für Soldaten in Foltervideo

"Teile des Foltervideos wurden im Oktober im Internet veröffentlicht."
"Teile des Foltervideos wurden im Oktober im Internet veröffentlicht."
© Survival

Drei indonesische Soldaten, die in einem Video vom Mai letzten Jahres zu sehen sind wie sie zwei Dorfbewohner aus Papua foltern, wurden am Montag zu Haftstrafen zwischen acht und zehn Monaten verurteilt. Menschenrechts- organisationen haben die geringen Strafen kritisiert, die von dem, der Öffentlichkeit unzugänglichen, Militärgericht gefällt wurden. Die Kritiker sehen in den Urteilen einen Beweis dafür, dass das indonesische Militär nicht ernsthaft gegen Menschenrechtsverletzungen in den eigenen Reihen vorgeht.

Das schockierende Video, welches Survival International und andere Organisationen im letzten Oktober veröffentlich hatten, zeigt einen nackt ausgezogenen älteren Mann, dem eine Plastiktüte über den Kopf gezwungen wird. Der Mann schreit vor Schmerzen, während ein brennender Stecken an seine Genitalien gehalten wird. Einem anderen Mann wird ein Messer an die Kehle gehalten.

Obwohl das Video Folter zeigt, wurden die Soldaten nur für die Missachtung von Befehlen verurteilt. Die Ankläger des Militärs argumentierten, dass es nicht genug Beweise gäbe um die Soldaten wegen Folter oder Körperverletzung anzuklagen, da die Opfer nicht als Zeugen aussagen wollten.

Die Opfer sind aus Angst vor Vergeltung durch Mitglieder des Militärs nicht vor Gericht erschienen. Tuanliwor Kiow, der Mann dessen Genitalien in dem Video verbrannt werden, hat eine detaillierte Beschreibung seiner über zwei Tage dauernden Tortur abgegeben. Er gab an wiederholt geschlagen, gewürgt und mit heißem Metall und Zigaretten verbrannt worden zu sein. Sein Körper und seine Wunden wurden dann mit Chilischoten, Zwiebeln, Reinigungsmittel und Salz übergossen. In der Erwartung umgebracht zu werden, gelang ihm am dritten Tag die Flucht.

Indonesiens Präsident, Susilo Bambang Yudhoyono, hat die Folter in dem Video als „kleinen Zwischenfall“ beschrieben und damit Empörung unter den Bewohnern Papuas hervorgerufen.

Survivals Direktor, Stephen Corry, sagte heute: „Diese lächerlichen Urteile sind ein Schlag ins Gesicht für die Menschen in Papua, die so viel Leid durch das Militär erfahren haben. Die Straflosigkeit mit der indonesische Soldaten in Papua morden und foltern muss aufhören.“