Bianca Jagger unterstützt neue Kampagne für die Stämme der Welt

'Alternativer Nobelpreis' Treffen, Salzburg, 13. Juni 2005

Bianca Jagger unterstützt eine neue Kampagne, die die Regierungen der Welt dazu bringen soll, dem wichtigsten internationalen Gesetz für den Schutz von Stammesvölkern zuzustimmen. Bei einem Treffen zum Right Livelihood Award ( auch bekannt als  Alternativer Nobelpreis) in Salzburg, Österreich, sagte Frau Jagger: „Viele der früheren Kolonialmächte verfolgten eine Politik, die dazu führte, dass Millionen von indigenen Völkern dezimiert wurden. Sie drängen sie weiterhin an den Rand, indem sie nicht in das wichtigste Gesetz, das sie schützen würde, einwilligen. Es ist Zeit, konstruktiv zu handeln. Ich rufe alle Länder dazu auf, das ILO Abkommen 169 ohne weitere Verzögerungen zu ratifizieren."

In den letzten 16 Jahren, haben die meisten Regierungen das einzige internationale Gesetz ignoriert, das den Schutz von indigenen und Stammesvölkern betrifft. Schlimmer noch, es gibt einen aktuellen Trend in den Regierungen, zu dementieren, dass überhaupt kollektive Rechte existieren, und nur Individuen Menschenrechte besitzen. Dies ist der Öffentlichkeit und den Medien kaum bekannt. Survival startet eine Kampagne, um dies der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, und Regierungen dadurch unter Druck zu setzen, zu akzeptieren, dass kollektive Menschenrechte existieren und, besonders, ihre eigenen Regierungen darum zu bitten, das International Labour Organisation Abkommen 169 über Stammesvölker zu ratifizieren.

Abkommen 169 erkennt an, dass Stammesvölker Eigentumsrechte auf ihr Land haben. Das ist für sie lebenswichtig, und dennoch werden Stämme in vielen Gegenden von ihrem Land vertrieben, das dann für Ölbohrungen, Viehzuchtbetriebe, Dämme oder Tourismusprojekte benutzt wird. Zum Beispiel wurden die Buschmänner der zentralen Kalahari in Botswana von ihrem Land vertrieben und in trostlose Umsiedlungslager gesteckt, die sie „Todesorte" nennen. Das könnte nicht passieren, wenn ILO 169 zur Geltung käme.

Das Abkommen unterstützt auch das Recht der Stammesvölker, die Art und Weise,  auf die sie sich anpassen und ihre Lebensweise, Bildungs- und Gesundheitssysteme, Glauben und so weiter ändern, selbst zu bestimmen, je nachdem wie sich ihre Umstände in Zukunft ändern. Von entscheidender Bedeutung ist auch ihr Recht, gefragt zu werden, bevor nationale Gesetze verabschiedet werden, die sie betreffen, oder Entwicklungs- und andere Projekte für ihre Gebiete vorgestellt werden. Zum Beispiel leiden alle Bewohner des ecuadorianischen Amazonasgebietes unter dem Eindringen von Ölkonzernen, die dort schon seit Jahrzehnten aktiv sind und mittlerweile viel von den Wäldern zerstört und verschmutzt haben.
 
In Europa haben nur Dänemark, die Niederlande und Norwegen das Abkommen ratifiziert. Auf die Frage, warum beispielsweise Großbritannien noch nicht eingewilligt hat, sagt die Regierung dort, es sei nicht relevant, da es keine Stammesvölker in dem Land gäbe. Aber das Land fördert viele Projekte und viele dort ansässige Firmen sind in Stammesgebieten auf der ganzen Welt aktiv. Das gilt auch für die anderen Länder der EU – Deutschland, das beispielsweise seit vielen Jahren militärische Tiefflugübunen über Indianerland in Kanda betreibt, eingeschlossen: Die rot-grüne Regierung hat bislang – trotz früherer Versprechungen – den Schutz der Rechte von Stammesvölkern nur vor sich hin geschoben. Viel Zeit wird ihr nun wahrscheinlich nicht mehr bleiben, ihre Versprechungen in die Tat umzusetzen.

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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