Brasilien schließt indigene Sprecherin von UN-Forum aus 19 Mai 2011

Der Belo Monte Staudamm würde große Teile des Amazonas-Regenwaldes zerstören, auf den Tausende Indigene angewiesen sind.
Der Belo Monte Staudamm würde große Teile des Amazonas-Regenwaldes zerstören, auf den Tausende Indigene angewiesen sind.
© Terence Turner

Die brasilianische Indianerschutzbehörde FUNAI hat die bekannte indigene Sprecherin Azelene Kaingang von der Teilnahme am Treffen des UN-Forums für indigene Angelegenheiten (UNPFII) ausgeschlossen.

Azelene Kaingang, eine Soziologin die seit über 20 Jahren für die Rechte der indigenen Bevölkerung Brasiliens kämpft, sagte, sie sei geschockt und wütend über die Entscheidung.

Durch Kaingangs Teilnahme am UN-Forum, dass zurzeit in New York stattfindet, wären Brasilien keine Kosten entstanden. Sie hatte beabsichtigt über das Scheitern der Regierung Brasiliens zu sprechen, indigene Völker wegen des kontroversen Belo Monte Staudamms zu konsultieren. Sie wollte zudem über die Weigerung der Regierung sprechen, auf die Empfehlung der Inter-Amerikanischen Menschenrechtskommission zu reagieren, die einen Baustopp des Staudamms aufgrund sozialer und ökologischer Bedenken gefordert hatte.

Berichten zufolge hat FUNAI Kaingang jedoch angewiesen nicht an dem Treffen teilzunehmen und stattdessen zwei nicht-indigene Mitarbeiter der Behörde zu dem Treffen gesandt. FUNAI soll angegeben haben, dass die Teilnahme eines weiteren Repräsentanten nicht „im Interesse der öffentlichen Verwaltung“ sei.

Kaingang beschrieb die „politische Verfolgung“ die sie erfährt als Teil einer „stillen Diktatur… gegen indigene Völker und ihre Rechte.“ Sie sagte heute: „Die Vergangenheit hat mich gelehrt angesichts der Verletzungen und Absurditäten, die die brasilianische Regierung an der indigenen Bevölkerung begeht, nicht zu schweigen. Ich weiß, dass wir am Ende gewinnen werden.“

Der Belo Monte Staudamm würde große Teile des Amazonas-Regenwaldes zerstören, auf den Tausende Indigene angewiesen sind. Auch das deutsche Unternehmen Voith Hydro, ein Joint Venture von Voith und Siemens, ist am Bau des Damms beteiligt.

Die unkontaktierten Indianer in dem Gebiet sind besonders stark gefährdet; ein Zustrom von Wanderarbeitern in das Gebiet erhöht das Risiko eingeschleppter Krankheiten, gegen die die Indigenen kaum Abwehrkräfte besitzen.

Berichten zufolge steht die brasilianische Regierung kurz davor, den Bau des Staudamms zu erlauben.

 

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