Reiseveranstalter lehnen „Menschensafaris“ ab 6 Juli 2011

Jarawa werden auf der Andaman Trunk Road von einem Touristen gefilmt.
Jarawa werden auf der Andaman Trunk Road von einem Touristen gefilmt.
© Survival

Der Verband der Reiseveranstalter auf Indiens Andamanen Inseln unterstützt Survivals Boykottaufruf gegen Menschensafaris. Bei den Safaris werden Touristen entlang der illegal errichteten Andaman Trunk Road in das Reservat der erst kürzlich kontaktierten, indigenen Jarawa gebracht.

„Wir unterstützen keinen „Jarawa-Tourismus“. Wir haben an die Behörden geschrieben und um eine alternative Route gebeten, damit die Touristen nicht auf der Andaman Trunk Road reisen müssen,“ berichtete der Präsident des Verbandes, Shri M Vinod, gegenüber Survival.

Survival International und die lokale Andamanen-Organisation Search hatten im Juni einen Aufruf an Touristen gerichtet, die illegale Straße zu boykottieren. Auf der Straße fahren jeden Monat Tausende Touristen mitten durch das Land der Jarawa.

Reisende riskieren das Leben des indigenen Jäger-und-Sammler-Volkes, das erst seit 1998 friedlichen Kontakt zur Außenwelt hat. Die 365 Jarawa haben wahrscheinlich nur schwache Abwehrkräfte gegen eingeschleppte Krankheiten und ein Krankheitsausbruch könnte fatale Folgen haben.

"Die Andaman Trunk Road, auf der diese beide Jarawa-Frauen zu sehen sind, wurde illegal im Reservat gebaut. Durch die Straße können Krankheiten eingeschleppt werden, gegen die die Jarawa keine Abwehrkräfte besitzen."
"Die Andaman Trunk Road, auf der diese beide Jarawa-Frauen zu sehen sind, wurde illegal im Reservat gebaut. Durch die Straße können Krankheiten eingeschleppt werden, gegen die die Jarawa keine Abwehrkräfte besitzen."
© Salomé/Survival

In der vergangenen Woche diskutierte auch Sonia Gandhi, Präsidentin von Indiens derzeitiger Regierungspartei, die Situation der Jarawa vor dem einflussreichen National Advisory Council. Gandhi soll sich dabei sehr besorgt um die Jarawa geäußert haben. Ein aktueller Bericht, den sie in Auftrag gegeben hat, unterstreicht Angaben zufolge die negativen Auswirkungen der Straße und des Tourismus.

Touristen behandeln die Jarawa wie Tiere in einem Safaripark, indem sie sie mit Keksen und Süßigkeiten „locken“. Einige Jarawa-Kinder wurden bereits von fahrenden Fahrzeugen erfasst, als sie versuchten die Süßigkeiten zu greifen. Ein Tourist beschrieb seinen Besuch: „Die Reise durch das Gebiet der Indigenen war wie eine Safari. Wir sind durch dichten Regenwald gefahren und haben wilde Tiere gesucht, die Jarawa um genau zu sein.“

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: „Es ist eine gute Nachricht, dass die Reiseanbieter die Straße meiden wollen. Mit ihrer Unterstützung gibt es keinen Grund, warum es Touristen nicht komplett untersagt werden sollte durch das Reservat zu reisen. Die Behörden sollten das zur Kenntnis nehmen und so schnell wie möglich eine alternative Route anbieten.“

 

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