Fortschritt kann töten – Perus neue Regierung wird gewarnt 29 Juli 2011

"Survivals Fortschritt kann töten zeigt die Bedrohungen aufgezwungener Entwicklung auf indigene Völker auf."
"Survivals Fortschritt kann töten zeigt die Bedrohungen aufgezwungener Entwicklung auf indigene Völker auf."
© Survival

Zum Amtsantritt am 28. Juli wurde Perus neue Regierung zu den Gefahren gewarnt, mit welchen die indigene Bevölkerung des Landes konfrontiert ist.

Survival hat dem neuen Präsidenten Ollanta Humala und wichtigen Mitgliedern seiner Regierung Exemplare der Bücher „Fortschritt kann töten“ und „Da habt ihr’s!“ geschickt. „Fortschritt kann töten“ beschreibt die schädlichen Auswirkungen, welche aufgezwungener Fortschritt auf indigene Völker haben kann; „Da habt ihr’s!“ ist ein satirischer Cartoon, der die Zerstörung des Landes der Indigenen durch ausländische Unternehmen aufzeigt.

In den letzten Jahren ist das Land der indigenen Bevölkerung in Peru zunehmend unter Druck von Öl- und Gaserkundungen, Straßenbau, Bergbau, Abholzung und anderen Projekten geraten.

Dieser Murunahua-Mann wurde 1995 erstmals kontaktiert. Die Hälfte seines Volkes starb an den Folgen.
Dieser Murunahua-Mann wurde 1995 erstmals kontaktiert. Die Hälfte seines Volkes starb an den Folgen.
© Chris Fagan/Upper Amazon Conservancy

Der größte Teil dieses sogenannten Fortschritts wird ohne Konsultation und oft gegen den Willen der indigenen Einwohner durchgeführt.

Perus Ombudsmann prognostiziert, dass knapp die Hälfte aller Konflikte des Landes auf sozialökologische Unruhen zurückzuführen sind.

Im Jahr 2009 wurden 33 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen indigenen Demonstranten und der Polizei in der Stadt Bagua in der Nähe des Amazonasgebietes getötet. Die Regierung hatte im Vorfeld versagt, die Indigenen bezüglich neuer Gesetze zu konsultieren, die ihre Landrechte beeinträchtigen würden.

Aufgezwungener Fortschritt endet für indigene Völker fast immer katastrophal. Indigene Völker weltweit, die ihr Land verloren haben, leiden unverhältnismäßig an Unterernährung, Krankheiten, Depressionen und Suchtkrankheiten.

Diejenigen, die am meisten zu verlieren haben, sind Perus geschätzte 15 unkontaktierte Völker. Neben ihrer Verwundbarkeit bei Kontakt zu Außenstehenden würde der Verlust ihres Landes gleichzeitig der Verlust ihrer Häuser, ihrer Lebensgrundlage und letztendlich ihres Lebens bedeuten.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte: „Hoffen wir, dass die neue peruanische Regierung ihr vorangegangenes Versprechen einhalten wird, im Interesse der indigenen Bevölkerung zu handeln. Ob die unkontaktierten Völker überleben oder nicht, liegt alleine in ihrer Hand. Sie werden gewiss nicht überleben, sollte die Regierung sich dem Druck der Unternehmen beugen und das Land der Indigenen zur Ausbeutung freigeben.“

 

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