Brasilien: Bewaffnete zerstören Indianer-Camp

"Bewaffnete haben ein Lager der Guarani überfallen"
"Bewaffnete haben ein Lager der Guarani überfallen"
© Joaó Ripper/Survival

Bewaffnete Männer haben in Brasilien das Lager einer Gemeinde der Guarani-Indianer überfallen.

Die Eindringlinge sollen die Häuser zerstört und die Guarani der Pyelito Kuê Gemeinschaft bedrohten und zur Flucht in den Wald gezwungen haben.

Eine Guarani sagte: „Sie zerstörten unser Lager, verbrannten unser Sachen, wir mussten fliehen.“

Berichten zufolge sind einige der Guarani wieder in das Lager zurückgekehrt. Die Situation bleibt jedoch weiterhin angespannt und die Indianer fürchten weitere Attacken.

Die Guarani waren erst Anfang des Monats auf ihr angestammtes Land zurückgekehrt. Dies war bereits der dritte Versuch der Gemeinschaft ihr Land wiederzubesetzen, welches ihnen gestohlen wurde und von Ranchern beansprucht wird.

Circa 20 Kugeln wurden in dem zerstörten Lager der Guarani gefunden
Circa 20 Kugeln wurden in dem zerstörten Lager der Guarani gefunden
© MPF

Viele Guarani leben unter entsetzlichen Bedingungen in überfüllten Reservaten oder Lagern entlang der Straße. Sie haben fast all ihr Land an Viehzüchter, Soja- und Zuckerrohrbauern verloren.

Die brasilianischen Behörden sind verantwortlich dafür, das Land an die Indianer zurückzugeben. Es kommt jedoch immer wieder zu Verzögerungen bei der Rückübertragung. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass die Guarani-Gemeinschaften sich dazu entschließen, auf ihr Land zurückzukehren bevor die Regierung es offiziell erfasst hat.

Die Guarani haben eine tiefe Verbindung zu ihrem Land, ohne welches sie erschreckend hohe Raten an Mangelernährung, Suizid und Gewalt erleben. Angaben zufolge sollen allein letztes Jahr 56 Guarani ermordet worden sein.

Die Guarani werden oft bedroht wenn sie ihr Land wiederbesetzten und manche Guarani Anführer, so wie Marcos Veron, werden umgebracht.

Lesen Sie hier Survivals Bericht an die Vereinten Nationen über die kritische Situation der Guarani (in Englisch, PDF, 2.5MB) »