Indien: Polizei in Menschensafaris auf Andamanen verwickelt 9 Januar 2012

Ein Tourist filmt Jarawa auf der Andaman Trunk Road
Ein Tourist filmt Jarawa auf der Andaman Trunk Road
© Survival

Die britische Zeitung The Observer hat neue Beweise über die Beteiligung der Polizei an “Menschensafaris” auf Indiens Andamanen Inseln veröffentlicht.

Die skandalösen “Safaris” wurden 2010 von Survival International aufgedeckt. Touristen werden auf einer illegalen Straße in das Reservat der indigenen Jarawa gebracht, wo Reiseanbieter und Taxifahrer die Jarawa mit Keksen und Süßigkeiten “anlocken”.

Dem Observer liegt nun ein Video vor, das zeigt, wie ein Polizist einer Gruppe von Jarawa -Frauen befiehlt vor Touristen zu tanzen. Zuvor soll der Polizist mit rund 240 Euro bestochen worden sein, um die Touristen in das Reservat zu bringen.

„Die Reise durch das Gebiet der Indigenen war wie eine Safari. Wir sind durch dichten Regenwald gefahren und haben wilde Tiere gesucht, die Jarawa um genau zu sein,“ beschrieb ein Tourist eine der Touren.

In den vergangen Wochen hat die Insel-Verwaltung erneut eine Schließung der illegalen Straße abgelehnt. Zum ersten Mal wurden jedoch auch Pläne vorgestellt, die eine alternative Route zu Wasser vorsehen, mit der ein Großteil des Jarawa-Reservates umfahren werden könnte.

Die lokale Organisation SEARCH verteilt auf den Andamanen Inseln ein Survival-Infoblatt an Touristen, das vor der Gefahr der illegalen Straße warnt
Die lokale Organisation SEARCH verteilt auf den Andamanen Inseln ein Survival-Infoblatt an Touristen, das vor der Gefahr der illegalen Straße warnt
© SEARCH/Survival

Survival International hat Touristen aufgefordert die Straße zu boykottieren, deren Schließung von Indiens Oberstem Gericht bereits 2002 angeordnet wurde. Zusammen mit der lokalen Organisation SEARCH hat Survival Flugblätter an ankommende Touristen verteilt, die vor den Gefahren der Straße für die Jarawa warnen.

“Die Jarawa sind keine Zirkuspferde, die auf Befehl Kunststücke aufführen müssen,” sagte Stephen Corry, Direktor von Survival International heute. “Diese Geschichte stinkt nach Kolonialismus und den abscheulichen und erniedrigenden Menschenschauen der Vergangenheit. Offensichtlich hat sich die Meinung einiger Menschen gegenüber indigenen Völkern kein bisschen verändert.”

 

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