Südafrikas indigene ‘Ikone’ Dawid Kruiper tot 18 Juni 2012

Dawid Kruiper galt als 'Ikone' und Schlüsselfigur in der Vertetung der San der südlichen Kalahari.
Dawid Kruiper galt als 'Ikone' und Schlüsselfigur in der Vertetung der San der südlichen Kalahari.
© Bill Kemp/Strata 360

Dawid Kruiper, ein traditioneller Anführer der Khomani-Buschleute in Südafrika, ist vergangene Woche im Alter von 76 Jahren verstorben.

Er wird vor allem für seine Entschlossenheit in Erinnerung bleiben, das Land seines Volkes im Kalahari Gemsbok Nationalpark (Kagalgadi Transfrontier Park) zurück zu gewinnen.

Als der Nationalpark 1931 gegründet wurde, wurden die letzten 50 verbliebenen Khomani vertrieben und dazu gezwungen, in trostlosen Camps in der Nähe zu leben. Später lebten Dawid und seine Familie auf einer Farm, wo sie im Tausch für Essen und Unterkunft Touristen unterhielten.

Jahrelang hielten Dawid und sein Vater Regopstaan die Hoffnung am Leben, eines Tages auf ihr Land im Nationalpark zurückkehren zu können. Dawid war auch die treibende Kraft hinter dem 1995 offiziell erhobenen Landanspruch der Khomani.

Vier Jahre später unterzeichnete Thabo Mbeki, damals Vizepräsident Südafrikas, eine Erklärung, die den Khomani vier Farmen übertrug und ihnen das Recht zusprach, Teile des Nationalparks zu betreten und dessen natürliche Ressourcen zu nutzen. Bei der Zeremonie erklärte Mbeki: “Dies ist ein Schritt zur Wiedergeburt eines Volkes, das aufgrund von Unterdrückung fast untergegangen wäre. Dies ist Euer Land. Nehmt es. Kümmert Euch darum. Entfaltet Euch darauf.”

Nach Angaben von Filmemacher Hugh Brody, der mit Dawid gearbeitet hatte, war er eine “Schlüsselperson für der Vertetung der San in der südlichen Kalahari und repräsentierte sie und ihre Interessen in der Region, auf unterschiedlichen Regierungsebenen und bei Zusammentreffen von Ältesten und indigenen Anführern weltweit.” Er spielte auch in mehreren Filmen.

Dennoch blieb Dawid seinen Wurzeln immer treu. In einem Interview sagte er: “Ich bin ein natürlich Geborener. Ich habe etwas in mir, dass keiner mir nehmen kann. Ich bin immer für meine Gemeinde da, aber ich tue Dinge auf natürliche Weise. Ich würde sagen, dass unser traditioneller Lebensstil viel besser war … Ich möchte nicht wie ein Millionär leben. Ich will dieses Leben nicht, es ist nichts für mich. Ich möchte nur den natürlichen Weg leben. Ich fühle mich so am Wohlsten, wie der Webervogel. Ich kann jederzeit überall hin. Ich kann mein Heim einsammeln, meine Zweige und mein Zuhause wieder aufbauen. Auf der anderen Seite, wie dieser Vogel, wäre ich glücklich, wenn ich bloß Freiheit und Rechte hätte.”

Vergangene Woche erklärte Anna Fester, eine Familienangehörige: “Es ist ein großer Verlust für uns. Für uns war er ein Vater und ein Onkel, aber für die Welt eine Ikone. Oom Dawid tat viel für die Familie und die Khomani San. Dawid teilte sich mit der Welt. Er hat uns und der Gemeinde große Fußspuren hinterlassen, die es wieder zu füllen gilt.”

 

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