Guarani-Anführer stirbt bei Verkehrsunfall in Brasilien 10 Juli 2012

"Nachdem sie gezwungen werden in provisorischen Lagern am Straßenrand zu leben, sind viele Guarani mit ernsten Risiken konfrontiert."
"Nachdem sie gezwungen werden in provisorischen Lagern am Straßenrand zu leben, sind viele Guarani mit ernsten Risiken konfrontiert."
© Sarah Shenker/Survival

Einer der angesehensten Sprecher der Guarani, José de Almeida Barbosa, starb bei einem Verkehrsunfall in Brasilien.

Zezinho, wie er üblicherweise genannt wurde, war gerade von Rio+20, der UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung, zurückgekehrt. Er war mit dem Rad unterwegs, auf dem Weg von seiner Gemeinde, Laranjeira Ñanderu, in die nächste Stadt, um die Behörden zu überreden den Guarani-Kindern einen Schulbus zur Verfügung zu stellen, als er von einem Wagen angefahren wurde. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er später seinen Verletzungen erlag.

Aty Guaçu, die Guarani-Organisation, sagte in einer Pressemitteilung, dass “Zezinho im Kampf um Land und Gerechtigkeit starb”.

Sie erinnerten an Zezinhos Worte, die er bei vielen Guarani-Versammlungen wiederholt hatte: “Ich kämpfe für die Rückgewinnung von Laranjeira Ñanderu, unser altes tekoha (angestammtes Land) und für unsere Kinder. Dafür werde ich sterben, das weiß ich. Trotzdem werde ich bis zum Tod kämpfen.”

Sein Tod bringt die ernsten Risiken ans Licht, mit denen viele Guarani, die in provisorischen Lagern am Straßenrand leben, konfrontiert sind. Allein drei Guarani aus Laranjeira Ñanderu sind in den letzten Jahren bei Verkehrsunfällen gestorben.

Damiana, eine Angehörige der Guarani-Gemeinde Apyka’y, hat ihren Mann und drei Kinder in Verkehrsunfällen auf der Straße, entlang der sich ihr Lager befindet, verloren. 2009 haben bewaffnete Männer auf die Gemeinde geschossen und ihre Häuser niedergebrannt.

"Damiana hat Familienmitglieder in Verkehrsunfällen verloren und bewaffnete Männer haben die Häuser der Guarani zerstört."
"Damiana hat Familienmitglieder in Verkehrsunfällen verloren und bewaffnete Männer haben die Häuser der Guarani zerstört."
© CIMI

Die Guarani von Laranjeira Ñanderu haben viele Jahre in Lagern am Straßenrand nahe ihres tekoha verbracht, das seit Jahrzehnten von Viehzüchtern besetzt wird. Mehrmals haben sie versucht ein Stück dieses Landes wieder zu besetzen, bis sie es 2011 schließlich geschafft haben, auf einen kleinen Teil zurückzukehren.

Im Januar erhielten sie einen Räumungsbefehl, der später von einem Richter aufgehoben wurde. Er entschied, dass sie auf dem Land bleiben können, solange anthropologische Studien durchgeführt werden, um die Größe des Gebietes festzulegen.

 

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