Weltbank finanziert Stromleitungen zu kontroversem Staudamm 13 Juli 2012

"Der Gibe III Staudamm bedroht die Lebensgrundlage von 200.000 Indigenen im Unteren Omo-Tal, darunter auch die Karo,"
"Der Gibe III Staudamm bedroht die Lebensgrundlage von 200.000 Indigenen im Unteren Omo-Tal, darunter auch die Karo,"
© Survival

Menschenrechtsorganisationen, darunter Survival International und Human Rights Watch, haben die Entscheidung der Weltbank heftig kritisiert, Stromleitungen für den kontroversen Gibe III-Staudamm in Äthiopien zu finanzieren.

Das Projekt wurde am Donnerstag genehmigt und soll dabei helfen, Strom vom berüchtigten Gibe III-Staudamm im südlichen Äthiopien nach Kenia zu transportieren.

Gibe III soll 2014 fertiggestellt werden, doch die fatalen sozialen und ökologischen Folgen seines Baus haben schon jetzt viel Kritik auf sich gezogen.

Die Entscheidung dieses strittige Projekt zu unterstützen, verletzt die Richtlinien der Weltbank zum Umgang mit indigenen Völkern und Zwangsumsiedlungen.

Der Staudamm bedroht die Lebensgrundlage und Nahrungssicherheit von mehr als 200.000 Angehörigen indigener Völker im Unteren Omo-Tal.

Der Wasserstand des Omo ist bereits jetzt auf einem historischen Tiefstand und gefährdet die Selbstversorgung von Viehzüchter-Völkern wie den Bodi und Mursi und Jägern und Sammlern wie den Kwegu.

Zudem nehmen gewaltsamer Landraub, Zwangsvertreibungen und Menschenrechtsverletzungen im Unteren Omo-Tal zu, da die Regierung Flächen für lukrative Zuckerrohr- und Baumwollplantagen räumt, die durch den aufgestauten Fluss bewässert werden können.

"Gewaltsamer Landraub im Omo-Tal zwingt Völker wie die Mursi, ihre Dörfer zu verlassen."
"Gewaltsamer Landraub im Omo-Tal zwingt Völker wie die Mursi, ihre Dörfer zu verlassen."

© Survival

Die äthiopische Regierung hat keine der indigenen Gemeinden zum Staudammbau oder der aggressiven Landverpachtung konsultiert. Die Projekte zerstören zudem das Untere Omo-Tal, das UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Der Staudamm wird auch viele indigene Gemeinden auf der kenianischen Seite der Grenze betreffen, die am Turkana-See, dem weltweit größten Wüstensee, leben.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: "Der Bedarf an Elektrizität in Kenia und Äthiopien sollte solche eklatanten Menschenrechtsverletzungen nicht rechtfertigen. Wieder unterstützt die Weltbank ein unglückliches Projekt, welches das Leben von Hunderttausenden zerstören wird. Dies sind einige der autarksten Gemeinden am Horn von Afrika und dennoch werden ihre Rechte mit Füßen getreten von einer Organisation, die aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben sollte.

Survival International, Human Rights Watch und International Rivers verurteilen alle die Entscheidung der Weltbank, die Stromleitungen zu finanzieren.

 

Nachrichtenbericht teilen

 

Werden Sie für indigene Völker im Omo-Tal aktiv

Abonnieren

Hier können Sie sich eintragen, wenn Sie eine monatliche E-Mail mit Neuigkeiten über indigene Völker erhalten möchten:

Abonnieren Sie unsere Newsfeeds:

 

oder folgen Sie uns im Netz:

News-Archiv