Gewaltsamer Überfall endet mit der Entführung eines Anführers

"Nach dem gewaltsamen Überfall sind die Guarani immer noch verängstigt und wütend, aber entschlossen, auf ihrem Land zu bleiben."
"Nach dem gewaltsamen Überfall sind die Guarani immer noch verängstigt und wütend, aber entschlossen, auf ihrem Land zu bleiben."
© Aty Guasu/Survival

Mehr als 50 Söldner haben eine indigene Gemeinde im Südwesten Brasiliens gewaltsam überfallen und laut Berichten einen ihrer Anführer entführt, nachdem sie zuvor um sich geschossen und Drohungen geäußert hatten.

Die Gewalt begann am Freitag, kurz nachdem die Guarani einen Teil ihres angestammten Landes, das Viehzüchter in Besitz genommen haben, wieder besetzt hatten.

Ein Sprecher der Guarani hat erklärt, wie 50 bewaffnete Männer circa 400 Indianer umkreist, auf sie geschossen und dabei gelacht und geschrien haben: “Ihr Indianer! Heute kommt keiner von Euch hier lebendig raus!”

Er sagte, dass Hunderte von Schüssen auf die Guarani – sowohl Männer als auch Frauen und Kinder – abgefeuert wurden, die vor den Schüssen in den Wald flohen.

Der Guarani-Sprecher berichtete, wie einer der Guarani-Anführer, ein etwa fünfzigjähriger Mann, von den Bewaffneten in einem Auto entführt wurde. Seitdem wurde er nicht mehr gesehen, aber ein Teil seiner verbrannten Kleidung wurde gefunden.

Die Schießerei endete erst Stunden später, als ein Polizeiwagen am Schauplatz ankam. Es fanden keine Festnahmen statt.

Die Guarani aus der Gemeinde von Arroio Korá leben in Lagern am Straßenrand oder in überfüllten Reservaten, während sie darauf warten, dass die Regierung ihr Land kartiert und es ihnen zurückgibt.

Da sie nicht mehr in der Lage sind die entsetzlichen Lebensbedingungen der Lager und Reservate zu ertragen, hatte die Guarani-Gemeinde am Freitag, nach zwei Tagen traditioneller Gebete und Rituale, entschieden, auf ihr angestammtes Land zurückzukehren.

Ein Angehöriger der Gemeinde sagte am Samstag: “Wir sind von Söldnern umkreist. Sie könnten uns erneut überfallen. Sie könnten uns alle umbringen!”

Im November 2011 wurde Guarani-Anführer Nísio Gomes von Söldnern erschossen, als seine Gemeinde einen Teil ihres Landes wieder besetzt hatte. Sie fuhren mit seinem Leichnam, der immer noch verschwunden ist, weg. Es wurden 18 Männer festgenommen, die an dem Mord beteiligt gewesen sein sollen.

Die Guarani von Arroio Korá haben immer noch Angst, sind aber entschlossen und sagen: “Wir werden durch Morde und Verstöße gegen unsere Indigenen- und Menschenrechte nicht zum Schweigen gebracht werden …”