De Beers im Unrecht über Buschmann Vertreibungen 20 Juli 2005

De Beers hat mehrere Behauptungen über Survival in seiner Pressemitteilung vom 5. Juli aufgestellt. Trotzdem wird Survival seine Kampagne weiterführen bis die Buschmänner wieder auf ihr angestammtes Heimatland im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet in Botswana zurückkehren können. Vor kurzem wurden Buschmänner dort wegen Jagens gefoltert und die Verletzungen der Rechte der Buschmänner durch die botswanische Regierung bleiben unverändert Besorgnis erregend.
 
Entgegen De Beers' Behauptungen wird Survivals Standpunkt, dass Diamanten die Ursache der Vertreibungen sind, durch zahlreiche Vorfälle unterstützt, die in unserer Broschüre "Ein Diamant ist unvergänglich – die Buschmänner sind es nicht" (siehe: http://www.survival-international.de/related_material.php?id=102) dokumentiert sind. So wurde u.a. mehreren Buschmännern gesagt, dass sie vertrieben werden, um den Weg für die Diamantenförderung zu ebnen. Der Bergbauminister selbst hat im Jahr 2000 den Kommunalrat der Buschmänner darüber informiert. Im  darauffolgenden Jahr sagte De Beers' eigener Berater, Dr James Suzman, zu Survival, dass „Bergbau und Tourismus Teil der Gleichung gewesen sein könnten."
 
Der Geschäftsführer von De Beers in Botswana begrüßte die Vertreibungen im Jahre 2002 und De Beers greift die Buschmänner des Zentral Kalahari
Wildschutzgebiets weiterhin an, indem die Firma behauptet, die Buschmänner jagten mit Fahrzeugen und „Schnellfeuerwaffen". Diese Behauptungen sind nicht wahr. Die Tatsache, dass die Buschmänner keine Schusswaffen oder Fahrzeuge zum Jagen benutzen, wurde mittlerweile vor Gericht vom früheren Direktor der Wildschutzbehörde zugegeben.
 
De Beers behauptet außerdem, dass keine Buschmänner in Gope, einem Gebiet im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet, auf das De Beers eine Bergbaukonzession besitzt, lebten. Gope liegt jedoch im angestammten Land der Buschmänner. Selbst De Beers' eigene Gutachten bestätigen, dass bei der Ankunft der Firma in diesem Gebiet Buschmänner lebten.
 
De Beers arbeitet angeblich an einer Geschäftspolitik in Bezug auf die
Rechte  indigener Völker. Im Jahr 2002 erklärten sie jedoch gegenüber Survival, dass sie denken, dass es keine indigenen Rechte in Afrika geben sollte. Sie zitierten vier Ethnologen, die angeblich diese Position unterstützten. Einer davon, Professor Ingold von der Aberdeen University sagte jedoch, dass er die Ansichten die er laut De Beers vertreten solle, nicht wieder erkenne. Ein anderer der vier war De Beers' eigener Berater Dr. James Suzman, der glaubt, in Afrika sei kein Platz für indigene Rechte.
 
Survival hat kein Interesse daran Botswanas Wirtschaft zu untergraben,
entgegen De Beers Behauptungen. Wir rufen zum Boykott gegen De Beers auf, um Druck auf die Firma und die Regierung (Laut dem Präsidenten des Staates sind sie „siamesische Zwillinge") auszuüben, die Rechte der Buschmänner zu respektieren. Die große Mehrheit der Bevölkerung Botswanas hat nicht maßgeblich vom Reichtum des Landes profitiert. Obwohl das Land seit der Entdeckung von Diamanten in den 1960ern eine der größten Wachstumsraten der Welt hat und eines der reichsten Länder Afrikas ist, lebt die Hälfte der Bevölkerung noch immer unterhalb der Armutsgrenze. Die Propaganda, die energisch von De Beers verbreitet wird, dass Botswana ein leuchtendes Beispiel afrikanischer Demokratie sei, ist auch falsch.
 
Entgegen De Beers Behauptungen, hat Survival den Dialog zwischen örtlichen Nichtregierungsorganisationen und der Regierung Botswanas nicht behindert.
 
De Beers listet vier Organisationen auf die, wie sie behaupten, „glauben, dass Diamanten keine Rolle in den Vertreibungen spielten". Diese sind: 1) die Kuru Family of Organisations, 2) die Working Group of Indigenous Minorities in Southern Africa (WIMSA), 3) Der Kalahari Peoples Fund und 4) Ditshwanelo, das Botswanische Zentrum für Menschenrechte.
 
Unsere Antwort darauf ist folgende:
 
1) Die Kuru Family of Organisations, die der örtlichen Missionsstation der holländischen Reformationskirchen entsprang, verhandelt momentan mit De Beers, mehrere Millionen Dollar zu erhalten. Die Organisation spielt für die Buschmänner des Zentral Kalahari Wildschutzgebiets keine Rolle. Wir glauben, dass ihre Finanzierung einen Interessenkonflikt erzeugt hat.
 
2) WIMSA hat uns vor kurzem gebeten, mit unserer Arbeit aufzuhören. Wir
haben sie daraufhin gefragt, ob sie behaupten, die Wünsche der Buschmänner des Zentral Kalahari Wildschutzgebietes zu vertreten – was sie nicht tun. Wir warten derzeit noch auf ihre Antwort. Entgegen De Beers Behauptungen (und verwirrenderweise) ist die Organisation "First People of the Kalahari", die Survival nicht nur um Hilfe gebeten haben sondern Survivals Positionen und Aktionen vollkommen unterstützen, Teil des WIMSA-Netzwerks. WIMSA umfasst außerdem die Kuru Familie (siehe oben), die mehrere Millionen Dollar von De Beers erhalten. (Das botswanische Büro von WIMSA, im Gegensatz zum namibischen, sagte, dass keine Organisation das Mandat hat, sich den Wünschen der Buschmänner zu widersetzen.)
 
3) Der Kalahari Peoples Fund hat nie behauptet, dass Diamanten keine Rolle in den Vertreibungen gespielt haben. Ihrer Ansicht nach sind Diamanten einer von mehreren Faktoren.
 
4) Ditshwanelo, das botswanische Zentrum für Menschenrechte, wurde von
mehreren europäischen Regierungen finanziell gefördert, um mit der
botswanischen Regierung über das Problem im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet zu verhandeln. Es wird von der Tochter eines Ex-Bergbauministers und Sonderberaters des Präsidenten geleitet, ein Mann, der außerdem Direktor einer Diamantenfirma mit Abbaurechten im Zentral Kalahari Wildschutzgebiet ist. Survival glaubt, dass auch sie einen
Interessenkonflikt haben.

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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