Besuch des indonesischen Präsidenten in London sorgt für Menschenrechtsproteste 30 Oktober 2012

Survivals Demonstration wird während des Besuches des indonesischen Präsidenten in London stattfinden.
Survivals Demonstration wird während des Besuches des indonesischen Präsidenten in London stattfinden.
© Survival

Zum ersten indonesischen Staatsbesuch in Großbritannien seit 33 Jahren wird Survival International morgen (am 31. Oktober) mit anderen Organisationen gegen Indonesiens brutale Unterdrückung von West-Papuas indigener Bevölkerung protestieren.

Präsident Susilo Bambang Yudhoyono (auch als SBY bekannt) wird drei Tage in der britischen Hauptstadt verbringen, im Buckingham Palace übernachten und sich mit Ministern des britischen Parlaments treffen.

Menschenrechtsaktivisten werden diesen Staatsbesuch auch als Gelegenheit nutzen, um ein indonesisches „Todesschwadron“ zu beleuchten, das mit den Morden an Unabhängigkeitsaktivisten in Verbindung gebracht wurde.

Die Antiterror-Sonderabteilung 88 (Detasemen Khusus 88), die 2002 nach den Bombenanschlägen auf Bali gegründet wurde, um Terrorismus zu bekämpfen, wird von Großbritannien, Australien und den USA finanziell unterstützt.

Mit Hunderttausenden Pfund fördert Großbritanniens Programm zur Terrorismusbekämpfung durch das Jakarta Centre for Law Enforcement Cooperation (JCLEC) das Training der Sonderabteilung.

Es bestehen aber ernsthafte Bedenken gegenüber der indonesischen Polizei-Einheit, die angeblich eingesetzt wurde, um West-Papuas gewaltsam zu unterdrücken, die friedlich Unabhängigkeit forderten.

In Untersuchungsberichten und Zeugenaussagen wird die Antiterror-Sonderabteilung 88 verantwortlich gemacht für den Mord am West-Papua-Anführer Mako Tabuni im Juni 2012 und für den Tod des Widerstandskämpfers Kelly Kwalik im Dezember 2009, der die Gewalt verurteilt hatte.

Indonesien herrscht seit 1963 über West-Papua und hat in dieser Zeit regelmäßig Sicherheitskräfte eingesetzt, um die tribale und indigene Bevölkerung anzugreifen.

Jahrzehntelang haben indigene Völker in West-Papua unter der Gewalt des indonesischen Militärs gelitten.
Jahrzehntelang haben indigene Völker in West-Papua unter der Gewalt des indonesischen Militärs gelitten.
© Survival

Zuletzt hatte die Polizei vergangene Woche bei einer Demonstration des Nationalen Komitees für West-Papua (KNPB), einer Organisation in der Mako Tabuni Generalsekretär war, auf unbewaffnete Demonstranten geschossen.

Die Demonstranten forderten, dass UN-Beobachter West-Papua besuchen, um die Repression festzustellen und ein Referendum zur Selbstbestimmung der Provinz zu beaufsichtigen.

Survival Internationals Direktor Stephen Corry sagte heute: “Berichte über Folter und Morde an Angehörigen der West-Papua-Völker durch die indonesische Regierung fallen düster auf. Es ist besonders alarmierend, dass Großbritanniens Steuerzahler eine Spezialeinheit finanzieren, die grausamer Menschenrechtsverletzungen gegen Angehörige indigener Völker West-Papuas beschuldigt wird. Wir fordern David Cameron auf, Indonesiens Präsident mit den grenzenlosen Menschenrechtsverletzungen seines Landes zu konfrontieren.”

 

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