Kolumbien: ‘Beispielloser’ Bergbau-Stopp auf indigenem Land 21 Februar 2013

Viele Embera-Katío sind wegen der extremen Gewalt, die sich auf ihrem Land verbreitet, vertrieben worden.
Viele Embera-Katío sind wegen der extremen Gewalt, die sich auf ihrem Land verbreitet, vertrieben worden.
© Wikipedia

Überraschend hat ein kolumbianischer Richter eine Bergbau-Genehmigung ausgesetzt, um die Embera-Katío-Indianer im Nordwesten Kolumbiens zu schützen.

Die Entscheidung fiel nach Wellen der Gewalt in Alto Andágueda im Chocó-Verwaltungsgebiet, wo Hunderte indigene Familien aus ihren Häusern vertrieben wurden.

Parallel zur Ausweitung der Gewalt zwischen Aufständischen und der Armee, haben sich in der Region meist illegale Bergbau-Aktivitäten verbreitet.

Jetzt hat das Gericht angeordnet, dass alle Bergbau-Arbeiter und -Maschinen das Gebiet verlassen sollen, bis die Rechtmäßigkeit ihrer Genehmigungen bewiesen ist.

Ein Bericht der kolumbianischen Regierung aus dem Jahr 2011 zeigt, dass 63 Prozent der Bergbau-Genehmigungen im Land illegal sind. Im Chocó-Verwaltungsgebiet sind es sogar 99,2 Prozent.

Dennoch hat Kolumbiens Präsident Santos den Bergbau wiederholt zu einer Priorität seiner Amtszeit gemacht.

Der Anstieg in der Nachfrage und im Wert von Metallen wie Gold, Eisen und Coltan – die hauptsächlich in elektronischen Geräten verwendet werden – hat starke Auswirkungen auf das Leben der Indigenen in Kolumbien gehabt.

Tausende von ihnen wurden durch Söldner getötet oder vertrieben, die oft vor Bergbau-Unternehmen in indigene Gebiete eindringen.

Der Richter sagte: “[Diese Entscheidung] soll dazu dienen, die andauernde Bedrohung indigener Landrechte durch die übertriebene Nutzung ihrer Ressourcen durch Außenstehende, sowie die offensichtliche Gewalt in der Region, zu verhindern.”

 

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