Not der Awá erreicht Menschenrechtskommission 7 Mai 2013

Mit einer Eingabe bei der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte fordert Survival International den Schutz der Awá, des bedrohtesten Volkes der Welt.
Mit einer Eingabe bei der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte fordert Survival International den Schutz der Awá, des bedrohtesten Volkes der Welt.

© Survival International

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IACHR) – die führende Menschenrechtsinstitution für Nord-, Mittel- und Südamerika – hat einen Eilantrag von Survival International und der brasilianischen NGO CIMI erhalten, das bedrohteste Volk der Welt zu retten.

Die offizielle Eingabe appelliert an die IACHR, Brasiliens Regierung zur Verantwortung zu ziehen, die bisher versagt hat Hunderte illegale Eindringlinge vom Gebiet der Awá auszuweisen.

„Die Awá werden ohne ihr Land nicht überleben. Brasilien ist daran gescheitert rechtzeitige und effektive Maßnahmen zu ergreifen, um die Awá vor den Holzfällern, Viehzüchtern und Siedlern zu schützen, welche ihre Rechte weiterhin beeinträchtigen“, heißt es in dem Antrag.

Die Awá sind eines der letzten verbliebenen nomadischen Jäger und Sammler-Völker in Brasilien und sie bewohnen eine rasch verschwindende „Insel“ Regenwald – über 30% eines ihrer Gebiete wurden schon abgeholzt und die Holzarbeiter kommen ihren Gemeinden bedrohlich nahe.

Die 450 Angehörigen der Awá sind auf den Regenwald angewiesen, um zu überleben. Aber die Awá berichten, dass es zunehmend schwer wird zu jagen, da das Wild verschwindet und sie Angriffe der bewaffneten Holzarbeiter fürchten.

 Holzfäller, Siedler und Viehzüchter haben große Bereiche des Regenwaldes der Awá zerstört.
Holzfäller, Siedler und Viehzüchter haben große Bereiche des Regenwaldes der Awá zerstört.
© Fiona Watson/Survival

Auch die Besorgnis um die geschätzten 100 unkontaktierten Awá wächst. Die unkontaktierten Awá sind ständig auf der Flucht vor illegalen Eindringlingen und ihre Ausrottung droht, falls ihr Regenwald verschwindet.

Tatu, ein Awá, berichtete Survival International: „Die unkontaktierten Awá sind in der Nähe. Mein Bruder hat ihre verlassenen Häuser gesehen. Bringen die Holzarbeiter die unkontaktierten Indianer um? Lasst die unkontaktierten Indianer dort bleiben!“

Mehr als 50.000 Briefe wurden seit dem Start von Survivals Kampagne für die Awá vor einem Jahr an Brasiliens Justizminister geschickt. Die Regierung hat seitdem bekannt gegeben, dass die Awá als Priorität eingestuft werden. Doch es wurde wenig unternommen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Brasiliens Regierung muss zeigen, dass sie tatsächlich ihre verletzlichsten Bürger, die Awá, vor den Kriminellen beschützen kann, die den Regenwald zerstören. Wenn Südamerikas größtes Land, eine der am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt, nicht die Kraft hat dies zu tun, dann sollten dort alle Minderheiten besorgt sein. Die Awá sind vom Aussterben bedroht, die Zeit etwas zu unternehmen ist jetzt."

Hinweise an die Redaktion

- Survival hatte zuletzt in den 1980er Jahren, im Rahmen der Kampagne für die Yanomami in Brasilien, eine Eingabe an die IACHR gemacht. Die Yanomami erlebten damals eine Invasion von illegalen Goldschürfern auf ihrem Land. Die Kampagne endete erfolgreich in der Demarkierung und im Schutz des Yanomami-Territoriums.

- Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Hauptpunkte der Eingabe an die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (PDF, 47kb).

- Die IACHR ist eine unabhängige Institution der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS). Ihre offizielle Funktion ist die Förderung der Überwachung und Sicherung von Menschenrechten in Nord-, Mittel- und Südamerika.

 

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