Tod einer Awá-Frau beleuchtet Vernachlässigung durch Regierung 17 Mai 2013

"Der Tod von Arjua Awá ist ein großer Verlust für ihre Gemeinde."
"Der Tod von Arjua Awá ist ein großer Verlust für ihre Gemeinde."
© D Pugliese/ Survival

Eine Angehörige der Awá starb an einer leicht behandelbaren Krankheit trotz der Tatsache, dass die brasilianische Regierung finanzielle Mittel von einer Bergbaufirma erhalten hatte, um das Volk u.a. gesundheitlich zu versorgen.

Ajrua Awá war vierzig Jahre alt und Mutter von fünf Kindern, das jüngste gerade mal zehn Jahre alt. Ihr Tod ist ein großer Verlust für ihre Awá-Gemeinde, welche ohnehin nur noch aus über 160 Menschen besteht.

Sie starb Anfang des Monats an Leishmaniose, einer Krankheit, die mit ausreichender medizinischer Versorgung leicht zu behandeln ist. Die brasilianische Organisation für indigene Rechte CIMI berichtet, dass sie über einen Monat an den Symptomen gelitten hat.

Viele Awá starben an herkömmlichen Krankheiten, als ihr Land in den 1970ern für das Grande Carajás-Projekt erschlossen wurde. Dieses bestand u.a. aus dem Bau der größten Eisenerzmine weltweit.

Viele weitere Awá wurden von Siedlern umgebracht, die zu Beginn des Projektes in ihre Gebiete eindrangen; in manchen Fällen wurden gesamte Familien massakriert.

Vale, das für das Projekt verantwortliche Bergbau-Unternehmen, hat der brasilianischen Regierung beachtliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um ihre Arbeit mit den Awá zu unterstützen. Allerdings profitiert das indigene Volk nur von einem sehr geringen Anteil dieses Geldes.

Die Firma plant jetzt eine Ausweitung ihrer Eisenbahnstrecke, welche das Bergwerk mit der Küste verbindet und, ohne Einwilligung der Indianer, entlang des Landes der Awá verläuft.

Die Awá sind das bedrohteste Volk der Welt, da sie nur noch 450 Angehörige zählen und Wellen illegaler Holzarbeiter, Siedler und Viehzüchter in ihr Gebiet eindringen. Sie sind eines der letzten verbliebenen nomadischen Jäger und Sammler-Völker in Brasilien und sind zum Überleben komplett auf ihren Wald angewiesen.

Experten warnen, dass die Awá von Genozid und vom Aussterben bedroht sind.

Survival fordert eine angemessene Untersuchung des Todes von Ajrua sowie eine umfassende Gesundheitsfürsorge für die Awá. Außerdem sollen die Eindringlinge vom Land der Awá ausgewiesen werden, bevor noch weitere Awá sterben.

 

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