Ecuador verwirft Plan zum Schutz des Landes unkontaktierter Völker

"Das Waorani-Volk in Ecuador ist mit den unkontaktierten Tagaeri und den Taromenane verwandt. Sie sind alle durch die Ölerkundungen im Yasuni-Park großen Bedrohungen ausgesetzt."
"Das Waorani-Volk in Ecuador ist mit den unkontaktierten Tagaeri und den Taromenane verwandt. Sie sind alle durch die Ölerkundungen im Yasuni-Park großen Bedrohungen ausgesetzt."

© John Wright/Survival

Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat trotz breitem Widerstandes im Land den Plan verworfen, den Yasuni-Nationalpark, die Heimat von zwei unkontaktierten Völkern, vor Erdölbohrungen zu bewahren.

Die Yasuní Ishpingo Tambococha Tiputini (ITT)-Initiative wurde 2007 mit dem Ziel gegründet, die Ölbohrungen innerhalb des Parks zu stoppen – unter der Bedingung, dass die Hälfte des geschätzten Wertes der Ölreserven in dem Gebiet von internationalen Geldgebern aufgebracht wird.

2011 etablierte das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen einen Treuhandfonds, um die Spenden für dieses Projekt zu verwalten. Doch nur 13 Millionen US-Dollar der insgesamt benötigten 3,6 Milliarden US-Dollar konnten bisher gesammelt werden.

Präsident Correa behauptete am Donnerstag, dass ihm keine andere Wahl blieb, als das Projekt zu verwerfen. Er sagte: “Die Welt hat uns im Stich gelassen.“

Der Yasuni-Park ist das Zuhause von mehreren indigenen Völkern, inklusive den unkontaktierten Tagaeri und Taromenane.

Jeder Kontakt mit den Völkern könnte fatal sein, da sie keine Immunität gegen Krankheiten besitzen, die Außenstehende einschleppen. Viele Völker wurden bereits durch den Kontakt mit Ölarbeitern in der Region dezimiert.

Konflikte zwischen den lokalen Waorani-Indigenen und den unkontaktierten Völkern wurden durch den steigenden Druck von Holzfällern und Ölunternehmen, die bereits im Gebiet tätig sind, ausgelöst.

Letzte Woche haben Hunderte auf den Straßen der Hauptstadt Ecuadors gegen die Entscheidung protestiert, aus Angst, dass Ölunternehmen das Leben der unkontaktierten Völker gefährden und die weltbekannte Biodiversität des Parks zerstören.