Venezuela: Indigenen-Organisationen gedenken des Massakers vor 20 Jahren

Überlebende des Haximu-Massakers von 1993 halten Urnen mit der Asche ihrer Verwandten. Goldschürfer töteten damals 16 Yanomami.
Überlebende des Haximu-Massakers von 1993 halten Urnen mit der Asche ihrer Verwandten. Goldschürfer töteten damals 16 Yanomami.
© C Zacquini/ Survival

Der Verband indigener Organisationen des venezolanischen Bundesstaates Amazonas (COIAM) und die venezolanische Yanomami-Organisation Horonami gedenken in einer Erklärung aus Anlass des 20. Jahrestages dem sogenannten Haximu-Massaker, bei dem 1993 in der Gemeinde Haximu in der Nähe der brasilianischen Grenze 16 Yanomami ermordet worden waren.

In der Erklärung drücken die Indigenen ihren „tiefen Schmerz“ über das von brasilianischen Goldsuchern an ihren Angehörigen verübte Verbrechen aus. Zugleich wird vor der wachsenden Zahl illegaler Goldgräber gewarnt, die nach wie vor auf Yanomami-Land aktiv sind und Krankheiten einschleppen. Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Konflikts nehme zu, heißt es.

Die Indigenen-Organisationen beschreiben die Auswirkungen der Goldsucher-Lager in entlegenen Teilen des Yanomami-Gebietes. Die Folgen für die Indigenen-Gemeinden seien verheerend: Zu Krankheiten und Gewalt kämen die Verseuchung der Flüsse mit Quecksilber und andere soziale und ökologische Probleme.

Horonami hat die venezolanischen Behörden auf die Anwesenheit der illegalen Goldsucher auf indigenem Land aufmerksam gemacht und umgehende Maßnahmen gefordert, um weitere Invasionen zu verhindern. Der Staat habe jedoch nicht gehandelt.

Die Erklärung verweist auch auf das unbestätigte Massaker, das sich in der Gemeinde Irothateri im September 2012 abgespielt haben soll: Es gebe in diesem Zusammenhang Beweise, dass illegale Goldsucher in der Region aktiv seien.

Die Organisationen verlangen von Venezuelas Regierung, das binationale Abkommen zwischen Brasilien und Venezuela zu erfüllen, das kurz nach dem Haximu-Massaker in Gegenwart der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte unterzeichnet worden war. In dem Abkommen hatten die beiden Nachbarstaaten vereinbart, einen Plan zum Schutze des Yanomami-Gebietes umzusetzen: Das Eindringen von illegalen Goldsuchern sollte durch ständige Überwachung und Kontrollen verhindert werden.

Lesen Sie hier den vollständigen Text der Erklärung im spanischen Original.