Paraguay: TB-Epidemie fordert das Leben eines weiteren Ayoreo 28 Oktober 2013

"Chiri litt unter schweren gesundheitlichen Problemen, nachdem er seine Heimat im Wald hatte verlassen müssen."
"Chiri litt unter schweren gesundheitlichen Problemen, nachdem er seine Heimat im Wald hatte verlassen müssen."

© Survival

Chiri Etacore, ein Angehöriger der Ayoreo-Totobiegosode, ist einer Lungenkrankheit erlegen, nachdem er im Namen des Fortschritts aus seiner Heimat im Wald vertrieben worden war. Es handelt sich um das letzte Opfer einer Tuberkulose-Epidemie, die zusammen mit ähnlichen Krankheiten verheerende Schäden in den Dörfern der Ayoreo-Totobiegosode in Paraguay angerichtet hat.

Das indigene Volk der Ayoreo lebt im Norden Paraguays sowie in Bolivien. Zu den meisten Angehörigen wurde gegen ihren Willen Kontakt aufgenommen, es folgte die Zwangsumsiedlung. Einige Ayoreo bleiben aber im Wald und meiden den Kontakt mit Menschen von außerhalb.

Chiri gehörte zu einer großen Gruppe von Ayoreo, die 1986 bei einer “Menschenjagd” ergriffen wurden. Die Expedition wurde von der fundamentalistischen US-Missionsorganisation New Tribes Mission unterstützt. Der Vorfall sorgte seinerzeit weltweit für Empörung – Survival International gelang es später mit einer Kampagne zu verhindern, dass weitere Missionen zu isoliert lebenden Indigenen durchgeführt werden, um Kontakt mit diesen zu erzwingen.

Wie viele andere Ayoreo litt Chiri nach der Vertreibung aus dem Wald an einer chronischen Lungenkrankheit – Beleg für die Vernachlässigung der neu kontaktierten Ayoreo-Gemeinden seitens des paraguayischen Gesundheitswesens. Unermüdlich arbeitete Chiri zusammen mit anderen Angehörigen der Ayoreo daran, ihr angestammtes Land gegen den Ansturm von Siedlern zu verteidigen, die auf das indigene Gebiet vordrangen.

Ayoreo, die bislang noch nicht kontaktiert wurden, sehen sich zur Flucht gezwungen angesichts des Vorrückens der Bulldozer der Siedler, die den letzten verbliebenen Rest ihres Waldes für die Haltung von Rindern zerstören.

Survival hat Paraguays Gesundheitsministerium in einem Schreiben dazu aufgefordert, der Inkaufnahme des Todes von Angehörigen der Ayoreo ein Ende zu setzen. Außerdem ruft Survival alle Viehzuchtunternehmen dazu auf, sämtliche Aktivitäten auf Land der Ayoreo umgehend einzustellen.

 

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