Yanomami wegen illegalen Goldabbaus und Krankheiten besorgt

"Yanomami-Indianer sind über den illegalen Goldabbau auf ihrem Gebiet sehr besorgt."
"Yanomami-Indianer sind über den illegalen Goldabbau auf ihrem Gebiet sehr besorgt."

© Victor Englebert/Survival

Yanomani-Indianer aus Brasilien und Venezuela haben sich im letzten Monat in Venezuela getroffen, um über indigene Rechte und nationale Politik zu diskutieren. An dem Treffen haben auch Regierungsvertreter beider Länder, indigene Organisationen und Nicht-Regierungs-Organisationen, die mit den Yanomami arbeiten, teilgenommen.

Zur Debatte standen Gesundheitsfragen und die Auswirkungen von Goldminen. Viele Yanomami in beiden Ländern leiden andauernd stark unter den Auswirkungen illegalen Goldabbaus auf ihrem Land.

In einem offenen Brief erklären die Yanomami: “Die Lage an der Grenze zwischen Brasilien und Venezuela ist sehr ernst; viele illegale Bergbaustätten sind hier eingerichtet worden, die Gewalt, Epidemien, Zerstörung unseres Landes und Verunreinigung der Flüsse hervorrufen … Es ist nicht möglich, bei guter Gesundheit zu bleiben, wenn unser Land nicht geschützt wird.”

“Man muss auch verstehen, dass wir im Interesse guter Gesundheit und des Schutzes unserer Gebiete gemeinsames Handeln beider Regierungen unter Beteiligung der indigenen Völker brauchen.”

Sie fordern, dass das Yanomami-Gebiet in Venezuela genau festgelegt und dort in Einklang mit der Verfassung voll anerkannt wird, sodass die gemeinschaftlichen Landrechte der indigenen Völker gewährleistet sind.

Der Brief drückt die große Besorgnis darüber aus, dass beide Regierungen beabsichtigen, Land der Yanomami und anderer Völker in großem Maße für Bergbau freizugeben: “Wir wollen um unsere Ansicht zu diesen Projekten, die wir ablehnen, weil sie unser Leben bedrohen, befragt werden.”

„Unser Land ist unser Erbe."Schamane Davi Kopenawa Yanomami spricht darüber, was ein geplantes Gesetz zum Bergbau für sein Volk bedeuten würde.

Diejenigen, die an dem Treffen teilgenommen haben, erinnerten auch an das Massaker an 16 Yanomami, das vor zwanzig Jahren von einer Gruppe von Bergarbeitern in Haximu begangen worden war. Vertreter der Yanomami-Organisationen Horonami und Hutukara warnten davor, dass dies erneut geschehen könnte, wenn beide Regierungen nicht geeignete Maßnahmen gegen das Eindringen von Goldgräbern ergreifen.

Im August haben die Vereinten Nationen ihre ernste Besorgnis darüber ausgedrückt, dass illegale Bergarbeiter, die Aggressionen und Gewalt gegen die Yanomami verübt haben, straflos davongekommen sind.

Die Vereinten Nationen haben Venezuela aufgefordert, eine “gründliche” Untersuchung gegen diejenigen vorzunehmen, die für die Gewaltverbrechen gegen die Yanomami und das Yukpa-Volk im Westen Venezuelas verantwortlich sind, und diese angemessen zu bestrafen.

Die Vereinten Nationen erklären, dass die Gewalt gegen die Yupka durch Landbesitzer eine Folge des Versagens der Regierung bei der Abgrenzung des indigenen Landes ist, und sie dringen darauf, die Demarkierung dieser Gebiete zu beschleunigen.