Staatsanwaltschaft drängt auf sofortige Landrechte für Enawene Nawe 11 November 2013

Die Enawene Nawe verlangen seit Jahren, dass ihr ganzes Gebiet anerkannt wird.
Die Enawene Nawe verlangen seit Jahren, dass ihr ganzes Gebiet anerkannt wird.

© Fiona Watson/Survival

Die brasilianische Staatsanwaltschaft hat der staatlichen Indianerschutzbehörde FUNAI mit rechtlichen Schritten gedroht, sollte sie nicht schnelle Maßnahmen ergreifen, um das offizielle Gebiet der Enawene Nawe zu vergrößern.

Obwohl das Land der Enawene Nawe bereits 1996 rechtlich anerkannt wurde, wurde ein wichtiger Teil des Gebietes, den das indigene Volk Adowina (Rio Preto) nennt, davon ausgenommen.

Der Fluss ist jedoch entscheidend für die Lebensweise der Enawene Nawe und sein Quellgebiet gilt als heilig.

In dem Gebiet bauen die Indigenen auch kleine Staudämme aus verzweigten Ästen, um Fische zu fangen, die ein wichtiger Bestandteil ihrer Ernährung darstellen.

Die Fische sind auch wichtige Komponente des Rituals yãkwa, bei dem die Enawene Nawe mit den Geistern ihrer Vorfahren Gaben austauschen, um Ordnung und Wohlbefinden zu erhalten. Yãkwa wurde sogar von IPHAN, Brasiliens Institut für Historisches und Künstlerisches Erbe, und von der UNESCO als wichtiges Erbe Brasiliens und der Menschheit gewürdigt.

Momentan müssen die Enawene Nawe die Farmer, die das Gebiet inzwischen nutzen, um Erlaubnis bitten, um am Rio Preto Dämme zu bauen und zu fischen.

Das Wasser wird zunehmend von Pestiziden verunreinigt, die auf den Viehweiden am Rande des Flusses eingesetzt werden, und der Fischbestand ist wegen des Baus einer Serie von Wasserwerken am Juruena-Fluss dramatisch zurückgegangen.

Die Enawene Nawe fordern seit 2000, dass ihr Landrecht anerkannt wird. Doch FUNAI ließ sich sieben Jahre Zeit, um überhaupt die erste Arbeitsgruppe zum Fall Rio Preto einzuberufen.

Die Staatsanwaltschaft hat FUNAI nun eine Frist von weiteren zwei Jahren gesetzt, um die Demarkierung und rechtliche Anerkennung des Gebietes abzuschließen.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass “angesichts der fast kompletten Stille von FUNAI” rechtliche Schritte der einzige Weg seien, um die verfassungsmäßigen Rechte der Indigenen und “die Bedingungen, die für das Überleben der Enawene-Gesellschaft nach ihren kulturellen Praktiken notwendig sind”, zu schützen.

 

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