Appell an UN: Tödlichen Öl- und Gasrausch in Peru stoppen 3 Dezember 2013

"Der UN-Sonderberichterstatter für indigene Völker muss handeln, um unkontaktierte Indigene vor Perus Öl- und Gasrausch zu schützen."
"Der UN-Sonderberichterstatter für indigene Völker muss handeln, um unkontaktierte Indigene vor Perus Öl- und Gasrausch zu schützen."
© Chris Fagan/UAC/ProPurús

Vor dem anstehenden Besuch James Anayas in Peru, appellierte Survival International an den Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für die Rechte indigener Völker, sich für unkontaktierte Indigene einzusetzen. Perus aggressives Streben nach der Erschließung von Öl und Gas auf dem Land unkontaktierter Völker, bedroht deren Überleben.

Der Appell wird von fast 130.000 Survival-Mitstreitern unterstützt, die Perus Präsidenten dazu aufgefordert haben, das Eindringen in die Gebiete unkontaktierter Völker zu stoppen. Öl -und Gasprojekte bedecken bereits heute 75 Prozent des peruanischen Amazonasgebietes. Ausländische Profite werden dabei über das Leben indigener Völker gestellt.

Ein Konsortium, geführt von der argentinischen Firma Pluspetrol, strebt nach einer Ausweitung des riesigen Camisea-Gasprojekts in Südost-Peru, welches innerhalb des Gebietes unkontaktierter und isoliert lebender indigener Völker liegt. Zudem hat die kolumbianisch-kanadische Öl-Firma Pacific Rubiales im Norden Perus damit begonnen, seismische Tests in einem von unkontaktierten Indigenen bewohnten Gebiet durchzuführen.

Jegliche Öl- und Gasarbeiten auf dem Land unkontaktierter Völker stellen für das Leben der Indigenen ein ernsthaftes Risiko dar, da diese dabei Krankheitserregern ausgesetzt werden, gegen die sie keine Immunität besitzen und die in der Vergangenheit bereits ganze Völker ausgelöscht haben.

"Ein Konsortium von Unternehmen drängt auf die Ausweitung des Gasprojektes Camisea. "
"Ein Konsortium von Unternehmen drängt auf die Ausweitung des Gasprojektes Camisea. "
© A. Goldstein/Survival

Im März 2013 bat das UN-Komitee CERD um die sofortige Suspendierung der Ausweitungspläne von Camisea, nachdem Perus Indigenen-Organistationen AIDESEP, ORAM, FENAMAD und COMARU das Komitee in einem Brief über das tödliche Vorhaben informiert hatten.

Das Vorhaben verstößt sowohl gegen internationales als auch peruanisches Recht und gegen die Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker, wonach jegliche Vorhaben auf indigenem Land der freiwilligen, vorherigen und in Kenntnis der Sachlage erteilten Zustimmung der Betroffenen bedürfen und das Recht unkontaktierter Völker auf Land und Leben zu wahren ist.

Der UN-Sonderberichterstatter wird sich zwischen dem 6. und 13. Dezember mit peruanischen Regierungsbeamten und zivilgesellschaftlichen Organisationen treffen. Survival International hat ihn aufgefordert, gegenüber Präsident Ollanta Humala auch die Bedrohung der unkontaktierten Völker zu thematisieren.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte heute: “Die Schutzgebiete für unkontaktierte Völker wurden geschaffen, um einige der verwundbarsten Völker dieses Planeten zu schützen. Aber jetzt steht das Leben indigener Völker auf dem Spiel, weil Peru dem Gasrausch verfallen ist. Mit den gebrochenen Versprechen riskiert die Regierung die Auslöschung unkontaktierter Völker – und das im Namen des Profits ausländischer Konzerne.”

Lesen Sie hier Survivals Brief an James Anaya, den UN-Sonderberichterstatter für die Rechte indigener Völker (PDF, 360KB, in Englisch).

 

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