Hintergrundinformation

Belo Monte-Staudamm

Im Zuge seines Wachstumsbeschleunigungsprogramms plant Brasilien den Bau einer Reihe von Mega-Staudämmen mit dem Ziel, das Wirtschaftswachstum des Landes durch die Erschließung einer Infrastruktur von Straßen und Staudämmen, vorrangig im Amazonasgebiet, anzukurbeln.

Durch das Ausmaß dieser Projekte drohen weite Landflächen beschädigt oder zerstört zu werden, die für zahlreiche indigene Völker, darunter mehrere Gruppen stark gefährdeter unkontaktierter Indianer, überlebenswichtig sind.

Das Projekt Belo Monte-Staudamm ist ein Paradebeispiel.

Brasiliens Regierung plant den Bau des Mega-Staudamms Belo Monte am Fluss Xingu im Amazonas.

Kayapó Indianer tanzen bei einer Protestveranstaltung gegen das Staudammprojekt, 2006.
Kayapó Indianer tanzen bei einer Protestveranstaltung gegen das Staudammprojekt, 2006.
© Terence Turner

Der Staudamm wäre der drittgrößte weltweit und würde große Flächen des Landes fluten, Teile des Xingu austrocknen, den Regenwald verwüsten und die Fischbestände verringern, von den das Überleben der Indigenen dieser Gegend, wie der Kayapó, Arara, Juruna, Araweté, Xikrin, Asurini und Parakanã abhängt.

Die Existenzgrundlage Tausender Indigener, die für Nahrungsmittel und Wasser auf den Regenwald angewiesen sind, wäre zerstört.

Der Zustrom von Arbeitern in das Gebiet während des Staudammbaus erhöht die Gefahr von gewaltsamen Zusammenstößen, etwa bei der Suche nach knappen Ressourcen oder durch Prostitution. Auch können Krankheiten eingeschleppt werden, die für die Indigenen lebensbedrohlich sein können.

 Der Arara-Indianer Pippjt mit einem Affen, Brasilien.
Der Arara-Indianer Pippjt mit einem Affen, Brasilien.
© John Miles/Survival

Laut FUNAI leben möglicherweise einige unkontaktierte Indigene in der Nähe des Staudamms. Diese wären den stärksten Gefährdungen ausgesetzt, da sie eine geringe Resistenz gegenüber Krankheiten der Außenwelt besitzen, was fatale Folgen für sie hätte.

Die Kayapó Indianer und andere Völker der Gegend protestieren gegen den Staudamm seit seiner erstmaligen Planung in den 1980ern.

In einem Brief an Präsident Lula schrieben die Kayapó: „Wir wollen nicht, dass der Staudamm die Ökosysteme und die Artenvielfalt zerstört, die wir über Jahrtausende behütetet haben und die wir noch immer erhalten können“.

igourney Weaver demonstriert mit indigenen Völkern aus der ganzen Welt gegen Brasiliens Belo Monte-Staudamm. Ständige Vertretung Brasiliens bei den Vereinten Nationen, New York, USA.
igourney Weaver demonstriert mit indigenen Völkern aus der ganzen Welt gegen Brasiliens Belo Monte-Staudamm. Ständige Vertretung Brasiliens bei den Vereinten Nationen, New York, USA.
© Amazon Watch

Die Indigenen sagen, sie werden sich um jeden Preis dem Bau des Dammes widersetzen, und der Fluss Xingu wird, sollte der Bau fortgeführt werden, ein Fluss des Blutes werden.

Neben zahlreichen lokalen und internationalen Organisationen hat Brasiliens Staatsanwaltschaft zum Baustopp aufgerufen, unter dem Verweis auf die unvollständigen Studien über die Auswirkungen auf die Umwelt und die unzureichende Anhörung der Indigenen und anderer davon betroffener Menschen.

Die Welt muss von den Geschehnissen hier erfahren, sie muss erkennen, wie vernichtend die Zerstörung der Wälder und indigener Völker sich auf die ganze Welt auswirkt.“
Kayapó-Anführer

Falls der Bau dieses Staudammes fortgesetzt wird, werden Tausende Menschen ihre Heimat, ihre Existenzgrundlage und einige wohl ihr Leben verlieren. Indigene Völker brauchen ihr Land um zu überleben und sie besitzen – da sie dort schon seit Jahrhunderten leben – eine tiefe spirituelle Verbindung zu ihm.

Keine Abfindungssummen oder Maßnahmen zur Schadensminderung können ihr angestammtes Land ersetzen.

Bitte schreiben Sie einen Brief, um die indigenen Völker in der Region zu unterstützen