Experten-Team der indischen Regierung verurteilt Vedanta-Mine scharf 16 März 2010

„Vedantas Mine kann die Dongria Kondh als indigene Gruppe zerstören“, so der Bericht.  ©Survival
„Vedantas Mine kann die Dongria Kondh als indigene Gruppe zerstören“, so der Bericht. ©Survival
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Eine von der indischen Regierung beauftragte Gruppe von Experten hat einen vernichtenden Bericht über die Aktivitäten des FTSE-100 Unternehmens Vedanta Resources veröffentlicht. Vedanta plant auf dem Land der Dongria Kondh Indigenen im ostindischen Bundesstaat Orissa Bauxit abzubauen.

In dem Bericht heißt es, Vedanta habe das Gesetz gebrochen und augenscheinlich einen Erlass des Obersten Gerichtshofs missachtet. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass die geplante Bauxit-Mine „zur Zerstörung der Dongria Kondh“ als indigene Gruppe führen kann. Dies sei eine „ernsthafte Konsequenz, die auf jeden Fall berücksichtigt werden muss“. Die Dongria Kondh leben auf ihrem angestammten Land in den Niyamgiri Bergen.

Der Rat des Reports an die Regierung ist: „weitere Umwandlungen des Waldgebiets müssen verboten werden". Außerdem stellen die Experten fest, dass die Dongria Kondh nicht ausreichend in die Planung der Mine miteinbezogen wurden. Ihre Rechte müssen im Sinne des indischen Forest Rights Act anerkannt werden, bevor eine endgültige Entscheidung hinsichtlich der Mine getroffen werden kann. Solange dies nicht passiert, liegt ein schwerwiegendes Unrecht vor.

Der Bericht erscheint kurz nachdem die britische Regierung ihre Untersuchung des Vedanta Minenprojekts in der letzten Woche abgeschlossen hat. Fazit ihres Berichts ist, dass das Unternehmen sein Vorgehen „wesentlich“ ändern muss. Vedanta bezeichnete die Ergebnisse als „einseitig“und als „Beeinflussung der Rechts- und Exekutiventscheidungen“ Indiens.

Die Church of England und andere haben bereits ihre Anteile an dem Unternehmen verkauft, weil sie das kontroverse Minenprojekt in den Niyamgiri Bergen nicht unterstützen wollen.

Die Experten der indischen Regierung hatten das Niyamgiri Gebirge zu Beginn des Jahres besucht. Im Anschluss daran wurde eine Reihe von Beschwerden bei Indiens Ministerium für Umwelt und Wälder eingereicht. Das Ministerium prüft momentan, ob es Vedanta die endgültige Erlaubnis zur Abholzung des Waldes (Forest Clearance) erteilen soll. Dies wäre der letzte Schritt um die Mine in Betrieb zu nehmen. Bereits vor dem Beginn der Experten-Untersuchung hatte der Minister für Umwelt verkündet, dass Vedanta die endgültige Erlaubnis nicht bekommt, solange die Rechte der Dongria Kondh gemäß des Forest Rights Acts nicht anerkannt werden.

Die Umwelt-Lizenz für die Mine wurde im letzten Jahr bereits erteilt, könnte jedoch widerrufen werden. Der Ausgang hängt von einer Beschwerde ab, die im April in Delhi verhandelt wird.

Vedantas geplante Mine, welche von der Regierung in Orissa unterstützt wird, soll das Bauxit im Tagbau auf den Kuppeln der heiligen Hügel der Dongria Kondh bergen. Der Abbau wird das Leben und die Kultur vieler Dongria Kondh grundlegend verändern. Die Wälder und Flüsse, von denen die Indigenen leben, sind bedroht.

Der Direktor von Survival International, Stephen Corry, sagte heute: „Dieser Bericht bestätigt, was so viele Leute bereits seit Jahren sagen. Vedantas Mine wird verheerende Auswirkungen haben, sie darf nicht in Betrieb genommen werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Minister für Umwelt gegen einen solch unmissverständlichen Report seiner eigenen Experten agieren könnte. Minister Ramesh muss die Rechte der Dongria Kondh und den Schutz dieser einzigartigen Umwelt an erste Stelle setzen. Er darf die Erlaubnis für diese kontroverse Mine nicht erteilen.“

 

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