Polizei schließt ‘Privatmiliz’ nach Morden an Guarani 8 April 2014

"Gaspem-Wächter. Die brasilianische Polizei hat das Unternehmen, das von der Staatsanwaltschaft als Privatmiliz beschrieben worden war, geschlossen."
"Gaspem-Wächter. Die brasilianische Polizei hat das Unternehmen, das von der Staatsanwaltschaft als Privatmiliz beschrieben worden war, geschlossen."

© Survival International

Die brasilianische Polizei hat ein berüchtigtes Sicherheitsunternehmen geschlossen, dem vorgeworfen worden war, mindestens zwei Anführer der Guarani ermordet und Hunderte weitere angegriffen zu haben.

Brasiliens Staatsanwaltschaft hatte Gaspem letztes Jahr als “Privatmiliz” beschrieben und die Schließung des Unternehmens gefordert.

Für jede Vertreibung der Guarani-Indianer von ihrem Land – das jetzt von Zuckerrohr- und Soja-Plantagen sowie Viehzucht-Betrieben besetzt ist – sollen Viehzüchter 30.000 Reais (9.900 Euro) an Gaspem gezahlt haben.

Der Eigentümer des Unternehmens, Aurelino Arce, wurde 2012 im Zusammenhang mit dem Mord am Guarani-Anführer Nísio Gomes festgenommen.

"Gaspem wird vorgeworfen, mindestens zwei Anführer der Guarani ermordet zu haben, unter anderem Nísio Gomes (in der Mitte), und Hunderte weitere angegriffen zu haben."
"Gaspem wird vorgeworfen, mindestens zwei Anführer der Guarani ermordet zu haben, unter anderem Nísio Gomes (in der Mitte), und Hunderte weitere angegriffen zu haben."
© Survival

Jahrelang haben die Guarani die Schließung des Unternehmens verlangt. Ihre Stimme wurde durch Survivals Guarani-Kampagne in den Medien weltweit verbreitet.

Die Entscheidung eines Richters, das Unternehmen zu schließen, ist für die Guarani-Gemeinden im ganzen Bundesstaat Mato Grosso do Sul ein großer Sieg.

Gaspem ist bloß eines von mehreren Unternehmen, die den Viehzüchtern ihre “Sicherheits”-Dienstleistungen anbieten. Andere sind weiterhin aktiv und Politiker der mächtigen anti-indigenen Agrarlobby ermutigen Viehzüchter dazu, die Indigenen von ihrem Land zu vertreiben.

Die Indianer der Gemeinde Pyelito Kuê, die kürzlich auf ein kleines Stück ihres Landes zurückgekehrt sind und einen Viehzüchter, der ihre Häuser blockiert hatte, zum Rückzug gezwungen haben, wurden am Sonntag früh von Söldnern attackiert. Eine Frau wurde verletzt und viele weitere Indigenen wurden gezwungen zu flüchten. Es war der dritte Übergriff auf diese Gemeinde in den letzten 30 Tagen.

Die Guarani sagten: “Müssen wir entscheiden uns konsequenter zu verteidigen? Müssen wir Menschen töten oder selbst sterben, um für unsere Rechte Aufmerksamkeit und Respekt zu gewinnen – und damit sie gewährleistet werden? Wir können all dieses Leid nicht mehr ertragen.”

Survival International forder von der Regierung das angestammte Land der Guarani zu demarkieren und es den Indigenen zurückzugeben, wie es die brasilianische Verfassung und internationales Recht vorsehen.

 

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