Von Soja-Anbau bedrohter Stamm in den britischen Fernsehnachrichten

Der isoliert lebende Enawene Nawe Stamm aus dem brasilianischen Amazonas war gestern Gegenstand eines kritischen Reports über die Rodung von Land für Sojaplantagen in den britischen Fernsehnachrichten.  
 
Die Meldung wurde in den täglich dreimal gesendeten Nachrichten des Senders ITV anlässlich des ersten Tages eines Staatsbesuches von Präsident Lula in Grossbritannien gezeigt. Der Wissenschaftsredakteur des Senders, Lawrence McGinty, sprach live aus dem Enawene Nawe Fischerlager, dass diese Indianer erst vor 30 Jahren zum ersten Mal mit der Aussenwelt in Kontakt getreten seien und dass dieser Kontakt nun ihre Existenz bedrohe.
 
Für andere abgelegene brasilianische Stämme ist es bereits zu spät. Der Akuntsu Stamm aus Rodonia besteht nur noch aus sechs Personen. Außerdem gibt es in der Region noch einen Mann, von dem gesagt wird, dass er der letzte Überlebende eines Stammes ist. Dieser Mann ist so traumatisiert, dass er in einem Erdloch lebt und Pfeile auf jeden schießt, der sich ihm nähert.
 
Das Land der Enawene Nawe Indianer in Mato Grosso wird zurzeit rapide für Sojaplantagen und Viehzucht gerodet. Der Gouverneur von Mato Grosso und Sojabaron Blairo Maggi, einer der größten Sojaproduzenten weltweit, plant den Bau von Staudämmen auf dem Land der Enawene Nawe, um die Sojaindustrie mit Energie zu versorgen. Maggi setzt sich bei der brasilianischen Bundesregierung dafür ein, die Landrechte der Indianer in seinem Staat nicht anzuerkennen.

Das Oberhaupt der Enawene Nawe, Marikeroseene, sagte dem Fernsehsender ITV: "In den letzten zwei Jahren hat die Waldrohdung dramatisch zugenommen. Sie hat sich verdoppelt… Die Situation ist unerträglich."

Der Generaldirektor von Survival, Stephen Corry, sagte heute: 'Die Entwaldung des Amazonas bedroht einige der gefährdetsten Stämme, darunter einige die bislang noch keinen Kontakt zur Aussenwelt hatten. Die unbedingte rechtliche Anerkennung ihres Landes ist der Schlüssel zu ihrer Zukunft und darf nicht länger verzögert werden.'

Hier finden Sie die ITV-Reportage über die Enawene Nawe.

Mehr Informationen erhalten Sie von Survival Deutschland; per Tel.: ++49 (0)30 29002372 oder per Email: info@survival-international.de

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