Survival arbeitet seit Jahrzehnten mit den Yanomani und setzt sich für ihre Rechte ein

Survival arbeitet seit Jahrzehnten mit den Yanomani und setzt sich für ihre Rechte ein

© Fiona Watson/Survival

Letzten Monat haben Vertreter*innen der Yanomani in Venezuela die Anerkennung ihres Gebietes durch die Regierung gefordert.

Die Yanomani fordern die Regierung auf, ihre in der Verfassung verankerten kollektiven Grundbesitzrechte anzuerkennen. Diese sind essentiell wenn es darum geht, ihre Heimat im Regenwald auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Aktuell befindet sich ein Großteil ihres Gebietes zwischen zwei Nationalparks, die ein Biosphärenreservat bilden. Ein kollektiver Landbesitz würde den Yanomani mehr Sicherheit und Schutz des Regenwalds einräumen, in dem sie seit jeher leben.

Die Yanomani-Organisation Hononami und viele Gemeinschaften haben gemeinsam daran gearbeitet, Studien, digitale Landkarten, und eine Volkszählung als Grundlage ihres Antrags an die Regierung zusammenzustellen.

In den letzten 30 Jahren sind illegal arbeitende Schürfer in weite Teile des Landes eingedrungen. Das größtenteils isolierte Volk der Yanomani hat entsetzliche Folgen zu spüren bekommen: völkermörderische Gewalt und Angriffe durch die Arbeiter sowie die Ansteckung mit fatalen Krankheiten wie Malaria, Masern und Grippe. Die Yanomani mussten dabei zusehen, wie immer mehr Teile ihres Waldes und ihrer Flüsse zerstört wurden, wodurch das Jagen und Fischen eine stetige Herausforderung darstellen.

Video: Filmaufnahmen von zerstörerischem Bergbau in Brasiliens Yanomami-Gebiet, erzählt von dem Yanomami-Aktivisten Davi Kopenawa

Zwei indigene Netzwerke im venezolanischen Amazonasgebiet schrieben dem Präsidenten am 4. April einen Brief, in dem sie auf die immer ernster werdende Lage von Völkern aufmerksam machen, deren Land durch illegalen Bergbau geschädigt wird.

Seit 1989 ist Bergbau in ganz Venezuela verboten. Doch noch immer werden Rohstoffe illegal abgebaut und indigene Völker melden einen zunehmenden Gebrauch von zerstörenden Baggern, Hochdruckschläuchen, Quecksilber, und anderen giftigen Substanzen.

Vielen Gemeinden bestreiten ihr Überleben durch Fischerei, doch die Fische und Flüsse werden vergiftet, ganze Wasserwege werden umgeleitet und große Teile des Waldes zerstört.

Die indigenen Organisationen COIAM und ORPIA meinen, dass der Bergbau dem Schmuggeln von Drogen und nationalen Produkten, der Prostitution und der Invasion indigener Territorien durch bewaffnete Gruppen und Außenstehende aus Venezuela, Kolumbien und Brasilien in die Hände spielen.

Trotz vieler bereits existierender Berichte und politischer Forderungen hat die Regierung das Problem ignoriert. Die indigenen Organisationen möchten konsultiert werden und mit der Regierung zusammenarbeiten, um den illegalen Bergbau zu verhindern.