Oktober 2022

Der Sieg von Lula bei den brasilianischen Präsidentschaftswahlen ist ein entscheidender Moment für die indigenen Völker und ihr Land. Wir hoffen, dass sein Sieg eine dringend notwendige Abkehr von den verheerenden und kriminellen Angriffen der letzten vier Jahre ermöglichen wird. Für die indigenen Völker im ganzen Land geht es um Leben und Tod und für die unkontaktierten Völker im Amazonasgebiet könnte es den Unterschied zwischen Überleben und völliger Auslöschung bedeuten. 

In den letzten vier Jahren haben indigene Völker in ganz Brasilien die indigenenfeindlichste Regierung seit der Militärdiktatur ertragen müssen. Lula hat einen Richtungswechsel versprochen. Er hat zugesagt, die Rechte der Indigenen zu wahren, indigene Gebiete zu demarkieren und zu schützen und den Krieg zu beenden, den die Regierung von Bolsonaro gegen die indigenen Völker führt. Er hat versprochen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die beispiellose Abholzung, die steigende Zahl von Morden an Indigenen und die Angriffe auf ihre Gemeinschaften vorzugehen, die infolge der rassistischen und völkermörderischen Politik und Maßnahmen der Bolsonaro-Regierung sprunghaft angestiegen sind – alles mit dem Ziel, indigene Gebiete für die Agrarindustrie, die Holzindustrie und den Bergbau zu erschließen.

Lulas Zusagen sind zu begrüßen, aber wir erwarten nicht, dass er über Nacht eine Kehrtwende vollzieht. Sein Team wird erheblichen politischen Willen und Ressourcen aufwenden müssen, um den tiefen Schaden zu beheben, der den Institutionen zugefügt wurde, die indigene Gebiete vor Eindringlingen schützen sollen. Viele indigenenfeindliche Politiker*innen wurden in Schlüsselpositionen des Kongresses berufen, was bedeutet, dass Lula und sein Team auf heftigen Widerstand stoßen werden, wenn es darum geht, die Verfassung aufrechtzuerhalten und indigene Gebiete für die ausschließliche Nutzung durch die indigene Bevölkerung zu schützen. Auch die politischen Kräfte sowie die globalen Märkte, die den Völkermord an den indigenen Völkern Brasiliens vorantreiben, werden nicht plötzlich verschwinden. 

Indigene Völker, ihre Verbündeten, darunter Survival und ihre Unterstützer*innen auf der ganzen Welt, werden Lulas Regierung zur Rechenschaft ziehen. Wir werden alles tun, was nötig ist, um sicherzustellen, dass er nationales und internationales Recht einhält, große Infrastrukturprojekte blockiert, die das Land indigener Völker beeinträchtigen, ohne dass diese zugestimmt haben, und indigene Territorien schützt, damit indigene Völker überleben und gedeihen können und als die modernen Gesellschaften respektiert werden, die sie sind. Für unkontaktierte Völker – die bedrohtesten Gesellschaften des Planeten – steht besonders viel auf dem Spiel.

Sonia Guajajara und Célia Xakriaba wurden inmitten einer noch nie dagewesenen Anzahl indigener Kandidat*innen, die sich um Positionen im Kongress bewarben, als Abgeordnete gewählt. Sie werden eine wichtige Kraft sein, um indigene Landrechte in den Mittelpunkt der politischen Debatte in Brasília zu stellen.

Indigene Völker werden weiterhin an vorderster Front auf ihre Weise Widerstand leisten, um eine gesunde Zukunft für ihre Familien und Gemeinschaften zu gewährleisten, so wie sie es seit der Invasion und Kolonialisierung des amerikanischen Kontinents durch die Europäer*innen vor über 500 Jahren getan haben.

Ich werde abwarten, ob sich ein anderer Präsident um den Wald und um Brasilien kümmert. Ich bin immer misstrauisch. Ich weiß, wie die Zivilisation ist, sie tut nur Gutes für sich selbst. Der Mann der Stadt denkt nur an sich selbst. Er denkt nur an materielle Dinge. Aber ich werde weiterhin um Unterstützung bitten, um unsere Natur, unsere Mutter Erde zu retten.
Davi Kopenawa Yanomami, Brasilien

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