Die Baka

Die Gründung des Nationalparks Messok-Dja im Nordwesten der Republik Kongo gefährdet das Überleben der Baka. Und sie ist illegal.

Die Angst vor Gewalt durch Parkwächter vertreibt die Baka von ihrem Land. Von ihren Wäldern werden sie ausgeschlossen, obwohl sie für Nahrung und Medizin darauf angewiesen sind. Die Baka haben dem Park nicht zugestimmt.

Unternimm etwas, bevor dieses vom WWF finanzierte Naturschutzprojekt die entgültige Zerstörung der Lebensweise der Baka bedeutet.

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In den satten Wäldern des Kongobeckens, dem zweitgrößten Regenwald der Welt, steht ein kleines indigenes Volk einer großen multinationalen Organisation gegenüber, die ihr Land für ihre Zwecke beansprucht. Wenn die Organisation mit ihrem Ziel Erfolg hat, wird die Existenz der Jäger*innen und Sammler*innen ebenso gefährdet, wie die Wälder, in denen sie leben.

Menschen werden sterben. Wir sind im Wald geboren und wachsen im Wald auf. Dies ist das Ende von uns. Es wird zu unserem Tod führe.
“Baka, Messok Dja”

Wer steckt hinter diesem Landraub?

Bedauerlicherweise der World Wildlife Fund (WWF). Der WWF arbeitet mit der kongolesischen Regierung zusammen, um das betroffene Gebiet der indigenen Baka in einen Nationalpark zu verwandeln. Die Gründung des Nationalparks Messok Dja im Nordwesten des Kongo wird die Baka für immer von den Wäldern ausschließen, auf die sie angewiesen sind. Die Baka haben ihre Zustimmung nicht gegeben.

Bereits jetzt werden Baka in der Gegend von WWF-geförderten Parkwächtern eingeschüchtert und schikaniert. Sie werden fälschlicherweise der Wilderei bezichtigt, bedroht und geschlagen. Aus Angst schweigen sie, während sie aus ihrem Wald vertrieben werden.

Der geplante Park kriminalisiert die Lebensweise der Baka als Jäger*innen und Sammler*innen.

Der geplante Park kriminalisiert die Lebensweise der Baka als Jäger*innen und Sammler*innen.

© Survival International

Sollte der Nationalpark tatsächlich gegründet werden, wird sich die Situation für die Baka noch verschlimmern. Weitere Parkwächter werden in der Gegend patrouillieren und die Gewalt verstärken, das Land der Baka wird ihnen für immer gestohlen und ihre Lebensweise zerstört. Dies wird das Ende der Baka von Messok Dja sein, wie wir sie kennen. Es wird kein Zurück mehr geben.

Der WWF sollte wissen, dass wirksamer Naturschutz nicht die Vertreibung der Menschen vor Ort erfordert. Auch wenn die Organisation die Lebensweise der Baka für unvereinbar mit dem Schutz der Wildtiere hält: So ist es nicht! Die Baka sind ausgezeichnete Naturschützer*innen, die die Wälder seit Menschengedenken pflegen und schützen.

Die Baka für den Rückgang der Biodiversität verantwortlich zu machen ergibt keinen Sinn. Es lenkt die Aufmerksamkeit von den treibenden Kräften hinter der Wilderei ab – nämlich von Korruption und Abholzung. Außerdem macht es die Baka zu Feinden des Naturschutzes. Und ohne die Unterstützung der Baka wird der Park scheitern.

70 % der Parkwächter glauben, dass sie Unterstützung durch die lokale Bevölkerung brauchen. Ohne die Unterstützung der Gemeinden, können sie keinen Park schützen.
WWF Wildlife Law Enforcement Spezialist, 2018”

Die Aktivitäten des WWF in Messok Dja verstoßen nicht nur gegen nationales und internationales Recht, sondern sind auch kolonialistisch: Einheimische werden ohne ihre Zustimmung aus ihrem Zuhause vertrieben, und Außenstehende übernehmen die Kontrolle. „Grüner Kolonialismus“ hat bereits das Leben von Millionen von Menschen ruiniert und muss beendet werden. Im Interesse der Baka, indigener Völker weltweit und der Natur, müssen wir die Gründung von Messok Dja stoppen.

Unterstütze die Baka jetzt

Weitere Informationen zu den verheerenden Auswirkungen von Naturschutzprojekten auf die indigenen Völker des Kongo-Beckens findest du in Survivals Bericht Wie werden wir überleben?

Warum sollte mich das interessieren?

Für indigene Völker

Die Baka sind in ihrer Existenz als Jäger- und Sammler-Volk bedroht

Als Jäger*innen und Sammler*innen ist ein Leben außerhalb des Waldes für die Baka undenkbar. Der Wald ist ihre Lebensader und versorgt sie mit Nahrung und Heilpflanzen. Studien haben gezeigt, dass indigene Völker wie die Baka ohne Zugang zu ihren Wäldern erkranken und früher sterben.

Die Baka sind gezwungen dauerhaft in Hütten am Straßenrand zu campieren.

Die Baka sind gezwungen dauerhaft in Hütten am Straßenrand zu campieren.

© Survival International

Die Baka müssen bereits jetzt ihre jahrhundertealte Praxis „Molongo“ aufgeben, bei der sie längere Zeit tief in den Wald gehen, um zu jagen und zu sammeln. Aufgrund des Parks ist dies jetzt unmöglich. Stattdessen leben sie dauerhaft in Häusern am Straßenrand, obwohl ihnen diese sesshafte Lebensweise fremd ist. Es ist offensichtlich, dass der Park das Bewusstsein der Baka für ihre Gemeinschaft, Identität und ihre Beziehung zum Wald zerstört. Der Park ist der Grund, warum die Baka um ihre Zukunft fürchten.

Wenn du einem Baka den Zugang zum Wald nimmst, ist das für ihn das Ende der Welt.
“Baka, Messok Dja”

Die Parkwächter gehen mit Gewalt gegen Baka vor

Wie in vielen Teilen des Kongobeckens leben die Baka von Messok Dja in Angst vor gewaltsamen Angriffen durch Parkwächter. Und sie haben allen Grund dazu: Seit die WWF-geförderten Parkwächter vor etwa zehn Jahren in der Gegend ihre Arbeit aufnahmen, sind die Baka allen Arten von Gewalt ausgesetzt. 2011 waren kongolesische Parkwächter an Ereignissen beteiligt, die zum Tod der 10-jährigen Christine May führten. Nach einer Untersuchung der Vorwürfe kehrten die Parkwächter in Christine Mays Dorf zurück und griffen ihre Familie an. Es ist unfassbar, aber diese Parkwächter arbeiten immer noch und gehen immer noch auf Patrouille.

Die Baka fürchten, dass der Nationalpark noch mehr Gewalt bringen wird.

Baka im ganzen Kongobecken sind Opfer von Menschenrechtsverletzungen im Namen des Naturschutzes. Einige ihrer Zeugenaussagen kannst du hier ansehen.

Survivals Hintergrundbericht zur Gewalt von Parkwächtern im Kongobecken kannst du hier lesen.

Sie werden Menschen schlagen, Häuser niederbrennen. Wir können nicht zulassen, dass sie hierherkommen.
“Baka, Messok Dja”

Grundrechte indigener Völker werden verletzt

Nationales und internationales Recht sowie eine WWF-eigene Richtlinie garantieren den Baka das Recht auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) zu allen größeren Projekten, die auf ihrem Land stattfinden. Dieses grundlegende Menschenrecht wurde jedoch verletzt:
Gemeinden lehnen das Projekt ab und sind verärgert, dass sie ignoriert wurden. Und solange die Baka den WWF mit der Unterdrückung von Rangern in Verbindung bringen, ist ihre freie Einwilligung unmöglich. Es gab keine echte Konsultation mit den betroffenen Gemeinden bei der Projektentwicklung. Der Park und die Grenzen wurden ohne ihre Beteiligung festgelegt. Viele Gemeindemitglieder wissen nicht, welche Auswirkungen ein Nationalpark hat oder wann er fertiggestellt werden soll.

Die Baka haben der Gründung des Nationalparks Messok Dja nicht zugestimmt

Die Baka haben der Gründung des Nationalparks Messok Dja nicht zugestimmt

© Survival International

Die größte Naturschutzorganisation der Welt darf und sollte nicht auf diese Weise gegen nationale und internationale Standards verstoßen. Daher müssen wir den WWF dazu drängen, die Menschenrechte zu respektieren und einen Wendepunkt in der dunklen Geschichte des Naturschutzes zu erreichen.

Sie haben nicht nach unserer Meinung gefragt. Sie gaben uns einen Befehl. Sie sagten: „Das ist der Park und ihr könnt dort nicht mehr reingehen.“ Es ist nicht mehr unser Wald. Sie haben ihn uns mit Gewalt genommen und wir dürfen ihn nicht mehr betreten.
“Baka, Messok Dja”

Für die Natur

Indigene Völker auszuschließen setzt Naturschutz-Projekte aufs Spiel

Sein Ziel, den Regenwald zu erhalten, wird der geplante Nationalpark Messok Dja kaum erreichen können. Der WWF hat die Rechte der Baka verletzt, sie ihres Lebensunterhaltes beraubt, ihre Lebensweise kriminalisiert und ihnen nichts gelassen. Sollten die Baka von Messok Dja sich kriminellen Wilderern anschließen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wären sie dann wirklich dafür verantwortlich zu machen?

Der WWF weiß, dass Rechtsverletzungen an indigenen Völkern einem wirksamem Naturschutz entgegenstehen. Dennoch unterstützt er den Nationalpark Messok Dja.

Ein menschenrechtsbasierter Ansatz im Naturschutz ist entscheidend, um eine Zukunft zu sichern, in der Menschen und Natur gemeinsam gut leben.
WWF

Die Baka schützen die Natur am besten

Wenn der WWF dieses Gebiet in Zentralafrika als „voller Leben“ bezeichnet, liegt dies daran, dass die Baka diese Wälder seit Generationen schützen: Sie sind die wahren Hüter*innen des Waldes.

Der Respekt für ihren Waldgeist Jengi erfordert, dass die Baka einem strengen Waldgesetz folgen – sie werden nichts tun, um das empfindliche Ökosystem des Waldes zu stören. Die Baka sind für Nahrung und Medizin auf den Wald angewiesen: Sie schützen den Wald, weil er ihre Lebensgrundlage ist.

Honig zum Beispiel ist eine wichtige Zuckerquelle für die Baka. Sie essen mindestens 14 verschiedene Arten, die sorgfältig aus wilden Bienenstöcken an den Baumkronen gesammelt wurden. Mit den Blättern, Wurzeln, dem Saft oder der Rinde des Moabi-Baumes können sie etwa 50 Arzneimittel herstellen. Die Rinde des Sapelli-Baumes ist ein wirksames Schmerzmittel und wirkt entzündungshemmend.

© Survival

Obwohl der WWF sagt, dass er die entscheidende Rolle indigener Völker für den Naturschutz anerkennt, unterstützt er jedoch weiterhin ein Projekt, das die Baka von ihrem Land ausschließt.

Der größte Teil der auf der Erde noch verbliebenen Gebiete von hohem Naturschutzwert ist von indigenen Völkern bewohnt. Dies zeigt, wie effektiv diese Völker mit den vorhandenen Ressourcen umgehen. Die indigenen Völker und ihre Vertretungen sowie die Naturschutzorganisationen sollten als natürliche Verbündete handeln und sich gemeinsam für die Erhaltung einer gesunden natürlichen Umwelt und gesunder menschlicher Gesellschaften einsetzen.
“Indigene Völker und Naturschutz: Grundsatzerklärung des WWF

Während die Baka, die seit Menschengedenken die Wälder von Messok Dja gepflegt und geschützt haben, von ihrem Land vertrieben werden um Platz für den Park zu schaffen, sind in der Region weiterhin Holzunternehmen tätig.

Während die Baka, die seit Menschengedenken die Wälder von Messok Dja gepflegt und geschützt haben, von ihrem Land vertrieben werden um Platz für den Park zu schaffen, sind in der Region weiterhin Holzunternehmen tätig.

© Survival International

Für die gesamte Menschheit

Der Messok-Dja-Nationalpark wäre ein Beispiel für ein zutiefst beunruhigendes Modell von Naturschutz. Es wäre „kolonialer Naturschutz“.

Hier sind die Verbindungen zwischen Naturschutz und Kolonialismus, wie wir sie sehen:

1. Menschen werden von ihrem Land vertrieben, weil man sich angeblich nicht darauf verlassen kann, dass sie sich „richtig“ darum kümmern
2. Dies dient als Rechtfertigung, um die Kontrolle über ihr Land zu übernehmen
3. Außenstehende werden eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Dinge „richtig“ erledigt werden
4. Außenstehende profitieren, während das Leben und der Lebensunterhalt der eigentlichen Eigentümer*innen des Landes zerstört werden

Zum Weiterlesen

Gemeinsame Erklärung von zivilgesellschaftlichen Organisation und Survival zu grünem Kolonialismus im Kongo

Stephen Corry, ’Kolonialer Naturschutz ist zum Scheitern verurteilt ’

Gal-dem, Cynthia Mbuthia, ‘A prince visits Africa: white conservation, colonial conversations’

Werden Sie für die Baka aktiv

Schicke eine Nachricht an den Generaldirektor des WWF und bitte die Naturschutzorganisation die Gründung von Messok Dja nicht mehr zu unterstützen