WWF: Survival International reagiert auf die neuesten Buzzfeed-Enthüllungen

Kongolesische Beamte übergeben dem obersten Beamten (und WWF-Mitarbeiter) des Salonga-Nationalparks ein Sturmgewehr. Einige der Wachen des Parks wurden der Gruppenvergewaltigung, Folter und des Mord beschuldigt.

Kongolesische Beamte übergeben dem obersten Beamten (und WWF-Mitarbeiter) des Salonga-Nationalparks ein Sturmgewehr. Einige der Wachen des Parks wurden der Gruppenvergewaltigung, Folter und des Mord beschuldigt.

© Sinziana-Maria Demian / WWF

Nur einen Tag nachdem der WWF eine „Untersuchung“ angekündigt hat, um den Enthüllungen der Nachrichtenseite Buzzfeed nachzugehen, hat eine neue Buzzfeed-Veröffentlichung ergeben, dass der WWF bereits vor vier Jahren eine Untersuchung ähnlicher Vorfälle in Auftrag gegeben hatte – und die Ergebnisse vertuscht hatte.

Buzzfeed hatte über vom WWF finanzierte Wildhütern berichtet, die Menschen getötet und gefoltert haben sollen.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, erklärte heute:

„Die Buzzfeed-Recherchen sind eine Horrorshow mit Mord, Gruppenvergewaltigung und Vertuschung. Der neuste Bericht zeigt, dass der WWF krankhaft unfähig zu sein scheint, seine Mitschuld an Menschenrechtsverletzungen anzuerkennen.“

„Es ist dem WWF seit Jahren bekannt, dass die von ihm finanzierten paramilitärischen Einheiten schlagen, foltern und töten. Aber seine Reaktion ist immer die gleiche – ein Nebelschleier aus bedeutungslosen Ankündigungen, um dann so weiterzumachen wie bisher.“

„Diesmal hat der WWF nicht einmal versucht, seine Antwort überzeugend klingen zu lassen. Es wurde beispielsweise eine Anwaltskanzlei beauftragt, die nichts über indigene Völker weiß, sich aber auf ‚Reputations-Management‘ spezialisiert hat und ihren Kunden rät, dass ‚vollständig… auf alle gestellten Fragen zu antworten … nicht immer die beste Strategie ist‘.“

„Der WWF braucht einen umfassenden, radikalen Richtungswechsel. Er muss aufhören in Gebieten zu arbeiten, in denen er nicht die Zustimmung der lokalen Bevölkerung hat. Er muss seine Opfer entschädigen, die Schuldigen entlassen und sein Geld und seine enormen Ressourcen in den Dienst indigener Völker stellen, die die besten Naturschützer und Hüter der Umwelt sind.“